Adieu Altlasten

25. März 2022

26,3 Tonnen Müll, bis zu 100 Jahre alt: Fotograf Milan Rohrer hat eine Aufräum-Aktion an der Albert-Heim-Hütte SAC begleitet und einige Fundstücke in Szene gesetzt.

Fotos: Milan Rohrer

Autor, 4-Seasons Magazin
Sammelt lieber Wörter als Abfall

Noch bis vor rund 40 Jahren war es auf vielen Berghütten in den Alpen üblich, den angefallenen Müll einfach vor Ort in der Landschaft zu vergraben – so auch auf der Albert-Heim-Hütte SAC (2543 m) in den südlichen Urner Alpen. 2019 wurde die Hütte saniert und die zuständige SAC-Sektion Uto Zürich beschloss, in diesem Zuge auch die alten Abfalldeponien – insgesamt fünf davon konnten lokalisiert werden – zu beseitigen. Doch solche Aufräum-Aktionen sind aufwendig, teuer und es muss vorab geprüft werden, ob sie aus ökologischer Sicht überhaupt sinnvoll sind.

An 23 Tagen in den Jahren 2019 bis 2021 bargen unzählige Freiwillige von Hand und per Minibagger 26,3 Tonnen Müll und verpackten sie in sogenannten BigBags, die später von einem privaten Heli-Unternehmen und der Schweizer Armee per Helikopter ins Tal geflogen wurden. Blechdosen, Glasflaschen und Plastikverpackungen – aber auch Kurioses wie Werkzeuge, Damenbinden, Schuhe, Rasierer und Kassettenrekorder kamen dabei zum Vorschein.

Versöhnlich ist: Die Deponien sind seit Mitte/Ende der 90er-Jahre nicht mehr gewachsen. Das Alter der Abfälle liess sich anhand der alten Logos von Rivella und Orangina bestimmen. Ein weiteres Indiz: In den Neunzigern wurde an den Büchsen das Ring-Pull-System der Öffnung durch das Stay-On-Tab-System ersetzt – Dosen mit dem neuen System findet man in den Deponien so gut wie gar nicht.

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