Bikepacking für Einsteiger

29. April 2021

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bikepacking und einer klassischen Veloreise? Und welche Ausrüstung brauchst du fürs Bikepacking? Das erklären wir dir in dieser Kaufberatung.

Fotos: Julian Rohn

Autor, 4-Seasons Magazin
Jungstrips sind Juliantrips
Das Velo ist für viele Reisen das ideale Fortbewegungsmittel. Man reist intensiver als mit dem Auto. Du erlebst unterwegs die Menschen, das Wetter und die Landschaft viel eindrücklicher und direkter. Anders als bei einer Reise zu Fuss, kannst du trotzdem zügig grössere Distanzen schaffen. Und dein Gepäck musst du auch nicht selbst tragen.
Bei einer klassischen Veloreise nutzt du dein Bike als gutmütigen, aber behäbigen Packesel und behängst die Gepäckträger mit grossen Front-Roller- und Back-Roller-Taschen. Beim Bikepacking hingegen möchtest du die sportlichen Fahreigenschaften und die Geländegängigkeit deines Velos (Gravelbike, MTB, Rennvelo etc.) erhalten.
Ein Bikepacking-Trip muss aber nicht zwangsläufig durch extreme Gegenden oder über superlange Distanzen führen. Gerade auf kurzen Ausflügen mit ein oder zwei Übernachtungen am Wochenende, kannst du auch deine Heimat noch mal ganz neu entdecken.




Bikepacking-Taschen

Moderne Bikepacking-Taschen (z. B. von Ortlieb oder Apidura) sitzen sehr fest und eng am Velo. So kannst du trotz Gepäck noch Singletrails fahren oder relativ windschnittig Tempo machen. Meist besteht ein Bikepacking-Set aus einer grossen Satteltasche, einer Rahmentasche und einem Handlebar-Pack am Lenker. Ergänzen kannst du diese Grundausstattung noch durch kleine Accessoire-Taschen am Oberrohr, an der Gabel oder am Lenker deines Velos. Und natürlich durch Flaschenhalter für den Transport von Wasser.
Im Vergleich zu klassischen Reisevelo-Taschen haben die kleineren Bikepacking-Taschen einen nicht unerheblichen Nebeneffekt: Du musst dir genauer überlegen, was du unterwegs brauchst. Alles was überflüssig ist, bleibt zu Hause. Das spart Gewicht und letztendlich Kraft.

Übernachtung

Da beim Bikepacking eher wenig und vor allem leichte Ausrüstung wichtig ist, kannst du das grosse 4-Personen-Zelt ohnehin zu Hause lassen. Je nach Komfortbedürfnis und Wetterverhältnissen kommst du auch mit einem Tarp oder einem leichten 2-Personen-Zelt plus Schlafsack und Isomatte aus. Wichtig ist auch hier ein kleines Packmass (auf kompaktes Zeltgestänge achten!). Die Übernachtungsutensilien passen dann in der Regel gut in dein Handlebar-Pack am Lenker.

Übernachte wenn möglich auf einem offiziellen Campingplatz. Wenn du biwakierst: Hinterlasse absolut keine Spuren! Auch eine Tour mit Übernachtung in Pensionen kann sinnvoll sein. Die Unterkünfte lassen sich heutzutage per App meist sogar direkt aus dem Sattel buchen. So kannst du auf Schlafsack, Matte und Zelt verzichten und bist noch leichter und schneller unterwegs.

Verpflegung

Wenn deine Tour zwischendurch immer wieder die Zivilisation streift, verzichte möglichst darauf, einen grossen Vorrat an Nahrungsmitteln und Wasser mitzuschleppen. Denn anders als auf einer Wanderung zu Fuss, ist man mit dem Velo schnell noch mal den Kilometer extra zur nächsten Bäckerei, Pizzeria oder zum Supermarkt gerollt. Dank Smartphone und Google Maps findet man die auch ohne Probleme.
Beim Kocher sollte ebenfalls das Packmass möglichst klein sein. Verzichte auf grosse Töpfe und viel Geschirr. Ein kleiner Topf, ein Becher und eine Faltschüssel reichen oft aus.

Bekleidung

Auch bei der Bekleidung gilt: Lieber wenige Teile mitnehmen, die du dafür multifunktionell benutzen kannst. Schliesslich muss deine Kleidung nicht nur auf dem Velo, sondern auch am Abend am Lagerfeuer oder auf dem Campingplatz funktionieren. So können z.B. ein paar Beinlinge und eine Shorts die lange Hose ersetzen. Vergiss nicht, eine wärmende Kunstfaser- oder Daunenjacke einzupacken. Sobald du verschwitzt stehen bleibst und dich nicht mehr bewegst, kann es schnell mal kühl werden. Fährst du längere Stecken, probier unbedingt eine richtige Radhose mit Polster. Die gibt es auch als Radunterhosen, die du unsichtbar unter einer normalen (Trekking-)Hose oder Shorts tragen kannst.
Je sportlicher und länger du fahren willst, desto Velo-spezifischer sollte deine Kleidung ausfallen. Velobekleidung ist speziell auf die Sitzposition und deine Bedürfnisse auf dem Velo geschnitten. Veloschuhe mit einem Klicksystem sind eine Geschmacksfrage, können dir aber helfen, effizienter voranzukommen. Velohelm und Velobrille sind obligatorisch.

Orientierung

Auf dem Velo bist du so schnell unterwegs, dass du nicht an jeder Abzweigung auf eine Karte schauen magst. Viele GPS-Geräte und Velocomputer bieten eine eingebaute Routing-Funktion, die dir eine Route von A nach B nach deinen Vorgaben (Strasse, Schotter, Trail etc.) berechnet. Erfahrungsgemäss funktioniert das am besten, wenn du viel auf Strassen und Velowegen unterwegs bist. Wenn du mehr im Gelände (z.B. auf Singletrails) fährst, sind oft GPS-Tracks praktischer, denen du einfach nur nachfahren musst.
Auch GPS-Uhren und Smartwatches können dir bei der Navigation helfen. Beachte aber, dass die Displays deutlich kleiner sind. Auch dein Smartphone kannst du natürlich benutzen. Die Navigation per GPS kostet jedoch viel Akku. Nimm immer eine kleine Powerbank mit, damit du im Notfall nicht ohne Strom bist. Und egal welches Gerät: Wichtig ist eine feste Montage mit freiem Blick am Lenker.

Routen

Auf Plattformen wie Komoot oder bikepacking.com findest du gute Planungstools und bereits bewährte Tourenvorschläge. Das tolle beim Bikepacking ist aber auch, dass du meist autark unterwegs bist und dich zwischendrin einfach mal treiben lassen kannst.

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