Expedition ins wilde Grönland

29. August 2019

Das Zelt steht vor einem Panorama, wie man es nur aus BBC-Dokumentationen kennt und ein «Whiskey on the rocks» bekommt mit echtem Gletschereis gekühlt eine völlig neue Dimension. Überhaupt ist Grönland einzigartig und wild. Transa Mitarbeiter Nicola nimmt uns mit auf seine Forschungsreise.

Fotos: Nicola Sperlich

Verkaufsberater, Filiale Markthalle Bern
Studiert Biologie, kocht gerne (draussen) und liebt Reisen und Abenteuer

Wer nach Grönland reist, spürt schon bei der Ankunft am Flughafen, dass er in einer völlig anderen Welt gelandet ist: Eine einzige Rollbahn und ein winziges Häuschen als Ankunftspersonal. Die Angestellten haben noch mindestens zwei weitere Jobs, denn ankommende Flugzeuge sind hier eine Seltenheit. Genau so wie richtige Strassen, frische Lebensmittel oder gute Outdoor-Ausrüstung. Dafür stehen traumhafte Aussichten an der Tagesordnung.

Eine Unterhose pro Woche

Einmal in Grönland angekommen, gibt es keine Möglichkeit mehr, sich auszurüsten oder Vergessenes nachzukaufen. Beim Packen ist also gute Organisation bis ins letzte Detail gefragt. Zelt, Isomatte, Schlafsack, Wasserfilter, Kocher, Funktionsbekleidung, Angelrute… meine Packliste war lang und doch musste ich mich auf ein absolutes Minimum beschränken: Eine frische Unterhose alle fünf Tage, das musste reichen. Gleiches galt auch für die Socken.

Wer spricht schon Inuktitut?

Die Einheimischen in Grönland stammen grösstenteils von den Inuit ab und sprechen noch ihre eigene, alte Sprache – für uns pures Kauderwelsch. Viele sprechen zudem Dänisch, aber eben nicht alle. Mit der Hilfe von lokalen Kontaktpersonen konnten wir Unterkünfte, Mietautos oder Boote organisieren und so hohe Kosten einer Tourismus-Organisation umgehen. Dafür klappte aber natürlich auch nicht immer alles auf Anhieb.

Nichts für Warmduscher

Kein Strom, keine Toilette, keine Dusche: Zu Beginn unserer Expedition lebten wir einige Tage in einer einfachen Hütte, mehrere Kilometer weg vom letzten Dorf.  Wasser holten wir von einem nahe gelegenen See - unser Katadyn Filter zauberte daraus Trinkwasser. Die tägliche Körperhygiene wurde ersetzt durch geruchsneutrale Merino-Kleidung oder ein kaltes Bad im See.

Schotterpisten und Wasserwege

Strassen gibt es in Grönland nur wenige und das vorhandene Strassennetz wurde von der Bevölkerung in der Freizeit gebaut. Entsprechend sind die Strassen kaum als solche zu bezeichnen: Schotterpisten mit viel Abenteuer-Charakter. Wer auf diesen Wegen unterwegs ist braucht einen richtigen Offroader, am besten mehr Traktor als Auto. Weite Distanzen sind selten mit Strassen verbunden, darum ist es üblich mit dem Boot zu reisen.

Frischer Fisch und TK-Gemüse

Verkehrte Welt! Was bei uns aus dem Tiefkühler kommt, gibt es hier en masse: frischer Fisch. Oft auf dem Menüplan steht auch Lammfleisch aus lokaler Produktion in Südgrönland und Crevetten aus den grossen Beständen der Fjords. In der kargen Vegetation finden Sammler zudem leckere Pilze oder Heidelbeeren. Ansonsten ist frisches Gemüse oder Obst aber eine Rarität: Nur alle paar Wochen kommt ein Schiff mit Frischwaren an. Dann eilen alle Dorfbewohner her und die paar Kisten Tomaten und Peperoni sind schneller weg als man hinschauen kann. Im kleinen Laden am Hafen findet man zwar fast alles – aber nur tiefgekühlt oder in Konserven.