Great Himalaya Trail

12. November 2020

1700 Kilometer, 160’000 Höhenmeter, 17 Pässe über 5000 Meter – für das kommende Frühjahr plant Verkaufsberater Cédi einen Trip der Superlative: Auf dem Great Himalaya Trail (GHT) will er das höchste Gebirge der Welt der Länge nach durchqueren.

Fotos: Moritz Schäfer, Christopher Burns

Redaktor, 4-Seasons Magazin
Fiebert bei grossen Vorhaben gerne mit

Cédi, wie kamst du auf die Idee, den GHT zu machen?
Bei der European Outdoor Film Tour im Jahr 2019 habe ich den Film «Le Minimaliste» über den französischen Abenteurer Eliott Schonfeld gesehen. Er hat den Himalaja von West nach Ost durchquert – zusammen mit seinem Pferd Robert und mit absolut minimalistischer Ausrüstung. Da habe ich gedacht: So was will ich auch machen, mal an meine Grenzen stossen und mich durchkämpfen müssen. Bei der Recherche bin ich so auf die Website von Robin Boustead gestossen. Er hat den Great Himalaya Trail als zusammen­hängende Route entwickelt.

Was ist das für ein Trail?
Der GHT in Nepal ist einer der längsten, höchstgelegenen und schwierigsten Trails weltweit. Auf zwei Routen durchquert er den Himalaj­­a von Ost nach West: auf dem schwierigeren Upper Trail und dem etwas leichteren Teehaus-Trail.

Was genau hast du vor?
Mit meinem Kumpel Loris möchte ich nächstes Jahr Ende Februar oder Anfang März nach Nepal fliegen. Von Kathmandu aus werden wir in den äussersten Osten des Landes reisen und dann auf dem Upper Trail mit vollem Gepäck Richtung Westen wandern. Ich rechne mit circa 115 Lauftagen, also im Schnitt 15 Kilometern pro Tag – insgesamt werden wir aber vier bis fünf Monate unterwegs sein. Wir wollen den Trail eher langsam angehen, auch mal ein paar Tage irgendwo bleiben und mit den Locals in Kontakt kommen. Uns erwarten auf den 1700 Trailkilometern insgesamt rund 160’000 Höhenmeter und 17 Pässe über 5000 Meter – der höchste Punkt liegt auf mehr als 6200 Meter über dem Meeresspiegel.

Hast du vorher schon mal etwas Vergleichbares gemacht?
Nein, noch nie so lange und noch nicht im Ausland. Ich bin hier in der Schweiz den Jurahöhenweg gelaufen. Das ist natürlich allein von den Dimensionen kein Vergleich, aber da war ich auch zwei Wochen am Stück alleine unterwegs und habe erste Erfahrungen gesammelt. Aber wie gesagt: Es geht mir ja genau darum, meine Grenzen zu testen und ein echtes Abenteuer zu erleben …

Was ist aus deiner Sicht die grösste Herausforderung?
Eine grosse Schwierigkeit ist natürlich die Ausrüstung: Was brauchen wir? Wie schwer dürfen unsere Rucksäcke werden? Wie viel Essen müssen wir mitführen? Das will alles gut geplant sein. Rein technisch werden die Pässe über 6000 Meter inklusive Abseilstellen sicher auch eine echte Heraus­forderung. Grundsätzlich ist es einfach schwer, eine­­n Reisezeitraum von vier bis fünf Monaten und eine so lange Strecke vorab zu überblicken …

Wie ist denn die Infrastruktur vor Ort? Schlaft ihr im Zelt?
Ich schätze, dass wir 20- bis 25-mal draussen schlafen werden. Ansonsten werden wir in Teehäusern am Wegesrand übernachten oder uns andere Unterstände suchen. Aber die Teehäuser spielen bei dem GHT eine zentrale Rolle. Dank ihnen müssen wir oft auch nur das Tagesessen mitnehmen, weil es dort abends einfache warme Mahlzeiten gibt. Es hat aber auch Etappen, wo man fünf bis zehn Tage am Stück nirgends vorbeikommt.

Braucht ihr Permits?
Ja, insgesamt ungefähr 15 Stück. In manchen Regionen zahlt man 500 Dollar dafür, dass man sich zehn Tage dort aufhalten darf. Die Permits bedeuten einen riesigen bürokratischen Aufwand, deshalb haben wir das an eine Trekkingagentur in Kathmandu abgegeben. Über die gleiche Firma haben wir auch einen Guide für drei Pässe gebucht, die technisch sehr anspruchsvoll sind. Und wir werden uns Verpflegung an vier Punkte entlang des Trails liefern lassen, um das Gewicht der Rucksäcke ein wenig zu reduzieren.

Habt ihr euch ein Gepäcklimit gesetzt?
Unser Ziel ist, dass unsere Rucksäcke zu keinem Zeitpunkt schwerer als 20 Kilogramm sein sollen. Wir nehmen zum Beispiel kein schweres Vier-Jahreszeiten-Zelt mit, sondern ein gerade mal 765 Gramm leichtes Modell von Big Agnes. Und auch bei Schlafsack, Isomatte und Rucksack werden wir jeweils eher ein leichtes Modell nutzen. Das ist zwar etwas riskanter, aber durch viele Erfahrungsberichte haben wir eine recht genaue Vorstellung davon, was uns erwartet.

Im März dürfte es im Himalaja noch ziemlich winterlich zugehen, oder?
Wir starten genau zur Übergangszeit zwischen Winter und Frühjahr. Das Problem ist der Monsun, der aus Osten kommend Ende Mai einsetzt. Wir laufen also quasi vor der Regenzeit davon. Die erste­­n Etappen sind höhentechnisch zum Glück noch gar nicht so wild – so haben wir erst mal Zeit, uns ausreichend zu akklimatisieren.

Warst du denn schon mal lange in solchen Höhen unterwegs?
4200 Meter sind bisher mein Maximum. Da habe ich schon gemerkt, dass ich auf jeden Fall nicht von Natur aus für die Höhe gemacht bin, sondern genügend Zeit für die Akklimatisierung brauche. Das Gute ist, dass der GHT ziemlich modera­­t anfängt und sich langsam steigert, was die Höhe angeht. Und wir werden sicher eine gewisse Zeit in der Region des Kangchendzönga (8586 m) auf über 5000 Metern verbringen, damit sich unsere Körper an die Höhe gewöhnen können.

Ist es vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie überhaupt möglich, einfach nach Nepal zu reisen?
Wir stehen in Kontakt mit dem Tourismusbüro in Kathmandu. Dort heisst es, dass inzwischen wieder Trekkings stattfinden. Und wir sind natürlich bereit, uns an alle geltenden Sicherheitsregeln zu halten. Aber natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass wir Ende Februar nach Nepal reisen können. Wir planen jetzt halt einfach mal und hoffen, dass es klappt. Und falls nicht, habe ich auch schon einen Plan B …

Der da wäre?
Falls wir nicht nach Nepal einreisen dürfen, werde ich mein Päckchen nehmen und einfach Richtung Osten laufen. Auf unbestimmte Zeit. Per Anhalter. Per Zug. Per Bus … Einfach mal schauen, was passiert. Ohne genauen Plan und ohne ein Ziel. Auch das könnte ein tolles Abenteuer werden, da bin ich mir sicher.

Wir begleiten dich, Cédi

Cédi wird uns während und nach seinem Abenteuer von seinen Erlebnissen, Herausforderungen und Freuden berichten. Bleib informiert wie es ihm ergeht, erhalte Tipps und Tricks falls du auch etwas in dieser Art planst.

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