Gute Pflege, langes Produktleben

6. Juli 2021

Die richtige Pflege zur richtigen Zeit beschert deiner Ausrüstung ein längeres Leben und gibt ihr einen echten Performance-Boost. Désirée hat Tipps für die gängigsten Teile.

Fotos: zVg, Lozza

Verkauf, Filiale Zürich Europaallee
Hat die passenden Tipps auf Lager

Eins: Daune

So selten wie möglich, so häufig wie nötig – das gilt für die Reinigung von Daunenausrüstung. Denn zu häufiges Waschen vermindert die Bauschfähigkeit und damit die Isolationsleistung der empfindlichen Daune. Beim Schlafsack (auch Kunstfaser) verlängern häufiges Lüften und die Verwendung eines zusätzlichen Inletts (schützt vor Verschmutzung und Schweiss) die Lebensdauer beträchtlich.

 Waschen

  • Auf Risse prüfen, Reiss- und Klettverschlüsse schliessen.
  • Trommel gross genug? Ab einem Füllgewicht von 750 g kann es in Haushaltswaschmaschinen eng werden.
  • Daunenschlafsäcke vor dem Waschen eine Stunde im kalten Wasser einweichen, damit sich die Daunen vollsaugen.
  • Spezialwaschmittel verwenden – niemals Weichspüler. Schonwaschgang (max. 40 °C) wählen, falls vorhanden «Spülen+». Schleudern mit maximal 600 U/min.
  • Drei Tennisbälle mit in die Waschtrommel geben, damit die Daunen nicht verklumpen.

Trocknen

  • Wasser vorsichtig ausdrücken (nicht -wringen!) und Schlafsack über einen Wäsche-ständer gelegt austropfen lassen.
  • Bei niedriger Temperatur (ca. 40 °C) mit drei Tennis- oder Trocknerbällen in den Trockner geben.
  • 2–3 x 2 Stunden trocknen, Kunstfaser trocknet schneller.
  • Ohne Trockner: Liegend trocknen und immer wieder gut durchschütteln, damit die Daunen nicht verklumpen. Dauert je nach Füllmenge 5 bis 10 Tage.

Aufbewahrung

  • Offen an trockenem, dunklem Ort oder in einem grossen, luftdurchlässigen Netzbeutel lagern, auf keinen Fall komprimiert im Stopfsack.

Zwei: Schuhe

In ihnen laufen wir durch Regen und Schnee oder schwitzen in der prallen Sonne; bei jeder Tour werden sie zigtausendfach geknickt und verbogen; die Sohle reibt sich ab an Fels und Geröll. Kaum ein Teil unserer Ausrüstung hat so ein hartes Los wie die Schuhe. Trotzdem landen sie nach dem Einsatz oft ungeputzt im Schuhregal. Wer seine Schuhe aber regel­mässig pflegt, erhält Atmungsaktivität und Wasserfestigkeit und verlängert die Haltbarkeit um ein Vielfaches.

Gründlich reinigen

  • Schnürsenkel entfernen. So erreichst du auch schwer zugängliche Stellen.
  • Entferne Schmutz mit kaltem Wasser und Schmutzbürste.
  • Fülle den Schuh über Nacht mit Wasser und einem Tropfen Seife (kein Fett oder ölhaltige Mittel verwenden), um Salze aus der Membran von wasserdichten Gore-Tex-Schuhen zu lösen. Danach gut ausspülen.
  • Nimm die Innensohle nach Gebrauch zum Lüften raus und wasche sie nach Bedarf.

Trocknen lassen

  • Schuhe offen (ohne Schnürsenkel) 1–2 Tage trocknen lassen. Niemals direkt in der Sonne, am Feuer oder nah an einem Heizkörper – Verklebungen könnten sich lösen, Leder wird durch die Hitze spröde.
  • Schneller gehts mit Zeitungspapier. Dann aber unbedingt regelmässig wechseln, sonst droht Schimmel.
  • Trockne alle Metallteile (Haken und Ösen) sorgfältig ab, um Rostbildung zu vermeiden.

Wachsen/Imprägnieren

  • Nubuk- und Spaltleder dünn mit Wachs (z. B. Granger’s G-Wax) behandeln. Gleichmässige Schicht mit Bürste auftragen (Foto), überflüssiges Material entfernen.
  • Schuhe mit Gore-Tex-Membran mit dem dafür empfohlenen Mittel (z. B. Nikwax) pflegen und imprägnieren.
  • Geöltes Leder gelegentlich mit Wachs pflegen. Wachs mit weichem Tuch gleichmässig verteilen.

 Finish

  • Schaftinnenfutter hin und wieder mit einem Lederpflegemittel oder herkömmlicher Feuchtigkeitscreme einreiben.
  • Gegen unangenehme Gerüche hilft eine Nacht im Gefrierschrank – das tötet müffelnde Bakterien ab.
  • Offen an trockenem, dunklem Ort oder in einem grossen, luftdurchlässigen Netzbeutel lagern, auf keinen Fall komprimiert im Stopfsack.

Drei: Hardshell

Körperfette, Öle und Schweiss setzen der Membran zu und führen auf Dauer dazu, dass die Jacke auf der Innenseite delaminiert. Daher solltest du deine Hardshell – anders als Daunenausrüstung – lieber öfter waschen.

Waschen

  • Alle Reiss- und Klettverschlüsse schliessen.
  • Spezialwaschmittel verwenden (keinen Weichspüler!).
  • Schonwaschgang mit reduzierter Schleuderzahl und zusätzlichem Spülgang wählen, um Waschmittelrückstände im Gewebe zu entfernen. 

Imprägnieren

  • Pflegeprodukte für atmungsaktive Textilien verwenden, z. B. Fibertec Green Guard.
  • Eine Imprägnierung macht deine Kleidung nicht wasserdichter, sondern lässt Wasser und Schmutz von der Oberseite abperlen. Das verhindert, dass sich der Stoff vollsaugt und an Atmungsaktivität einbüsst (gilt auch für Softshell).
  • Durch das Trocknen im Tumbler bei mittlerer Temperatur reaktivierst du die wasserabweisende Wirkung.

Vier: G-1000

G-1000 von Fjällräven ist für viele das Funktionsgewebe überhaupt. Der Polyester-Baumwoll-Mix wird mit Grönlandwachs wasserfest und winddicht imprägniert. Das solltest du etwa nach jeder dritten Maschinenwäsche tun.

Wachs aufreiben

  • Wachsblock mit Druck über den Stoff reiben. Das Kleidungsstück sollte sauber (am besten frisch gewaschen) sein.
  • Ecken, Nähte und Taschenabdeckungen nicht vergessen.
  • Variation: Du kannst vorne mehr Wachs auftragen, um besser gegen Stürme geschützt zu sein. Der Rücken hingegen, wo du dein Gepäck trägst, kommt mit weniger Wachs aus. So regulierst du die Ventilation und schwitzt weniger.

Erhitzen

  • Kleidungsstück bei etwa 60 °C bügeln, um das Wachs ins Gewebe einzuschmelzen.
  • An runden Stellen wie vorgeformten Knien, Rucksack-böden oder Taschen lässt sich das Wachs oft besser mit einem Föhn einarbeiten.

Finish

  • Wiederhole bei Bedarf die Prozedur an besonders nässeempfindlichen Stellen wie Po, Knien und Schulterpartien.
  • Achtung: Je mehr Wachs du aufträgst, desto steifer wird der Stoff nach dem Bügeln.

Fünf: Merino

Merinowolle liefert ein tolles Hautklima, ist schmutzresistent, antibakteriell und kann so länger getragen werden, ohne zu müffeln. Gut so, denn die Maschinenwäsche setzt den feinen Fasern zu. Beachte also unsere Pflegetipps, wenn du dein Baselayer wäschst.

Waschen

  • Waschtrommel auf defekte Stellen kontrollieren.
  • Alle Reissverschlüsse schliessen.
  • Beim ersten Waschgang separat waschen, danach als normale Wäsche zusammen mit ähnlichen Farben.
  • Wäschestück auf links drehen oder im Netzbeutel waschen.
  • Spezielles Wollwaschmittel (z. B. Granger’s Merino Wash) verwenden, keinen Weichspüler (enthält Enzyme, die die feinen Merinofasern aufspalten und beschädigen können).
  • In der Regel Kaltwäsche oder Warmwäsche bis 40 °C.

Trocknen

  • Nicht im Tumbler trocknen.
  • Idealerweise liegend auf belüfteter Unterlage. Sonst: mittig auf der Leine oder am Bügel aufhängen.
  • Wolle kann in der Wäsche bis zu 5 Prozent eingehen.
  • Bügeln nur mit der Einstellung «Wolle» oder maximal 130 °C. Durch Auflegen eines Baumwolltuchs schützen. Bügeleisen nicht hin- und herschieben, sondern die Wolle nur dämpfen.

Allgemein

  • Reine Merinowolle ist weniger robust als Kunstfasern, besonders im nassen Zustand.
  • Geschützt vor Schädlingen wie Motten, Silberfischen und Teppichkäfern lagern.
  • Vorsicht vor Dornen, Gürtelschnallen, Schmuck etc.

Waschtag: Mittel und Pflege

Die Theorie ist abgehakt, jetzt gehts an die Praxis. Alle Pflegeprodukte, die du brauchst, um deine Ausrüstung auf Vordermann zu bringen, findest du bei uns. Oder komm vorbei und lass dich vertieft beraten.

Lust auf weitere spannende Inhalte?
In unserem Blog findest du Inspiration, Tipps und Aktuelles aus der Welt von Transa.