Winterabenteuer: Iglu und Hundeschlitten

20. Mai 2019

Hundeschlitten fahren und Iglus bauen. Tätigkeiten, die nicht gerade als alltäglich bezeichnet werden können. Umso mehr sind sie eine Erfahrung wert. Dieser Meinung sind auch Jenny und ihre Familie.

Fotos: Jonas Jäggy

Einkäuferin Kids, Office Zürich
Powerfrau mit Abenteuergeist

Mit dem Hundeschlitten auf der Melchsee-Frutt

Ein paar Tage mit unserem Sohn Luke und unserem Göttikind Paula an der frischen Luft, in den Schweizer Alpen bei Sonnenschein, mit süssen Schlittenhunden und super Schnee zum Iglu bauen. So stellen wir uns die kommenden Tage vor. Obwohl der Wetterbericht etwas ganz anderes als Sonnenschein vorhersagt, verliert man ja die Hoffnung bekanntlich zuletzt.

Das Gondeli bringt uns am Mittwoch Abend von der Stöckalp auf die Melchsee-Frutt. Dort haben wir ein Zimmer in der Frutt Family Lodge reserviert. Die Lodge hat erst im Dezember 2015 geöffnet, ist also noch brandneu. Ein moderner Bau mit vielen Holzelementen, die eine gemütliche und heimelige Stimmung verbreiten. Nach dem Zimmerbezug werden wir im Restaurant mit Kulinarischem verwöhnt. Draussen stürmt es, der Schnee wirbelt herum. Drinnen ist es schön warm und gemütlich. Vor dem Schlafengehen checke ich noch einmal den Wetterbericht. Er verspricht nichts Gutes.

Am nächsten Morgen geniessen wir ein reichhaltiges Frühstück. Danach heissts gut einpacken und raus in den Sturm. In der Nacht hat es etwa 30 Zentimeter geschneit oder zumindest so viel Schnee hingeweht. Unmöglich für den kleinen Luke da irgendwie durchzukommen. Wir müssen ihn durch den Schnee tragen. Wir spazieren runter zum Distelboden, wo die Schlittenhunde auf uns warten sollten. Paula freut sich extrem auf die Tiere. Luke ist dem Ganzen noch etwas skeptisch eingestellt. Kaum haben wir den Distelboden erreicht, kommt auch schon das Hundegespann in einem unglaublichen Tempo mit dem Schlitten angerennt. Wie werden die Hunde wohl gebremst, denke ich mir noch, und schon rennt das Gespann an uns vorbei und weg sind sie. Doch keine 5 Minuten später kommen sie wieder angerannt. Sie mussten nur weiter vorne wenden.

Jetzt heisst es aber vorerst mal alle Öffnungsschlitze schliessen, Mütze tief in die Stirn ziehen und rein in den Schlitten. Luke kann nichts mit dem Gebell anfangen und fängt schon bald an zu weinen, wir sind noch nicht mal losgefahren. Es schneit immer noch sehr stark, die Sicht ist schlecht, wir sehen kaum den vordersten Hund. Die beiden Schlittenhundeguides – Markus und Barbara – haben jedoch alles im Griff. Sie checken nochmals jeden Hund. Der Schlitten ist währenddessen mit einem Schneekeil fixiert. Und dann gehts los. Die Schneekeile werden gelöst, ein letztes Gejaule und sofort ziehen die Huskys mit einer unglaublichen Kraft. Und dann ist es mucksmäuschen still. Wir gleiten in der Schneelandschaft dahin, der Wind und Schnee peitscht uns ins Gesicht. Aber diese wundervolle Ruhe ist einmalig.
Die Hunde werde mit den Befehlen „Li“ für Links und „Re“ für rechts gelenkt, erfahren wir später beim Zmittag. Unsere beiden Leithunde heissen Zora und Wulfi. Im gesamten haben Markus und Barbara fast 30 Hunde. Sie kennen jeden in- und auswendig. Und obwohl für mich alle ähnlich aussehen, mit glasklaren blauen Augen und einem wuscheligen weiss-braunen Fell, erkennen Markus und Barbara ihre Hunde sogar auf Distanz und nennen jeden beim Namen. Im Frühling, Winter und Herbst sind sie neben der Tannalp stationiert, während den Sommermonaten leben sie beim Gurnigel in der Nähe von Thun. Diese paar Monate sind reine Erholungsphase. Die Hunde werden während dem Sommer nicht trainiert.

In der Tannalp angekommen, müssen wir mit Luke sofort rein an die Wärme. Paula will unbedingt draussen bei den Hunden bleiben. Was denn mit einem Hund passiere, der krank sei, fragt sie Markus. Dann komme der Arzt mit den Langlaufskis und untersuche den Hund. Und wenn er fest krank sei, müsse er runter ins Tal. Die Hunde fahren auch Gondeli, wenn es sein muss. Paula ist begeistert. Sie darf die Hunde sogar zurück an ihren Platz bringen und füttern. Jeder Hund hat eine eigene Holzhütte, woran er festgebunden ist. Die Hunde sind Tag und Nacht draussen oder eben in dieser Hütte.

Nach diesem Abenteuer stärken wir uns im Berggasthaus Tannalp. Wir haben hier ein Familienzimmer reserviert obwohl wir uns fest vorgenommen haben, im selbstgebauten Iglu zu schlafen. Aber eine Backup-Lösung scheint mir sinnvoll. Luke probiert diese Backup-Lösung schon mal aus und macht zusammen mit Papi Patrick einen Mittagsschlaf. Ich und Paula bleiben im Restaurant, malen und warten auf besseres Wetter. Wir wollen schliesslich ja noch ein Iglu bauen.

Familienabenteuer Iglubau

Als die Wolken aufreissen und die Sonne durchscheint, wagen wir uns wieder nach draussen. Unser Luke wird zum richtigen Architekten. Fleissig sägt er am Iglu rum. Paula hilft kräftig im Steinbruch mit. Da werden möglichst gleichgrosse Schneeblöcke gesägt. Schleppen müssen Patrick und ich. Ruedi, vom Transa Marketingteam, zeigt uns, wie man beim Iglubau richtig vorgeht. Es ist gar nicht so einfach. Der Winkel muss stimmen, in dem die Blöcke platziert werden. Dann einmal einen Klaps auf den Schneeblock, damit er sich mit den anderen Blöcken verbindet.

Schon bald zieht das schöne Wetter vorüber und es beginnt wieder zu schneien und zu winden. Schnell ins Iglu rein. Der siphonartige Eingang verlangt schon etwas Beweglichkeit und erinnert mich an die Kobra-Übung beim Yoga. Der Eingang muss so gebaut sein: Da kalte Luft sinkt, bildet er eine Art Kältegraben und die „warme“ Luft bleibt im Iglu. Warm heisst hier etwa 0 Grad. Es ist erstaunlich, wie windstill und ruhig es da drin ist. Vom Sturm draussen merkt man überhaupt nichts.

Luke und ich kuscheln uns probehalber mal in den Schlafsack und studieren die Architektur des Iglus. So von unten betrachtet sieht man schön die gleichmässige Struktur des Iglus. Durch die Ritzen dringt genug Licht und trotzdem schirmen die Schneewände alles ab. Beeindruckend. Das weit verbreitete Gerücht, man könne in einem Iglu ersticken, stimme hinten und vorne nicht, erklärt uns Ruedi. Der Schnee lässt genügend Sauerstoff durch. Erst wenn es ein paar Tage steht und sich der Schnee in Eis verwandelt, muss man langsam aufpassen.
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