Schneeschuhtour zu den Lobhörnern

25. Oktober 2019

Gemeinsam zogen wir los: Eine abwechslungsreiche Schneeschuhtour hoch über dem Lauterbrunnental inklusive Nacht im Zelt war geplant. Hinzu kamen Sturmböen und eine Momo-Schlemmerei.

Fotos: Ruedi Thomi

Verkaufsberater, Filiale Bern
Kennt sich nicht nur in den Höhen und Tiefen der Markthalle Bern aus.

Sonntag, 10 Uhr, in Isenfluh: Begrüssung voller Vorfreude. Auch Hündin Laya ist mit von der Partie. Unterwegs mit Hund? Nicht jedermanns Sache. Aber wie sich herausstellt: Auch Tamar wird sich daran gewöhnen. Wir nehmen die Luftseilbahn nach Sulwald und steigen von da durch lichten Tannenwald und Felsbrocken Richtung Hütte auf.

Wir fühlen uns wie im Märliwald; ein kleines, offenes Plateau mit Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau hat es uns angetan: Chüebodmi. Ein kalter Wind beisst in das sonnige Winterwetter. Den kleinen Umweg via Alp Suls lassen wir uns trotzdem nicht nehmen. Nach 1.5 Stunden erreichen wir die Lobhornhütte (1954 m ü. M.).

Irene, die Hüttenwartin, begrüsst uns mit feiner Brombeerwähe. Sie und Talak aus Nepal führen die gemütliche Hütte als Paar. Für uns gibt es heute als Ausnahme ein spezielles Menü: Momos. Wir lassen uns nicht zweimal bitten: Während draussen der Wind ordentlich zischt, machen wir uns in der Küche daran, die Teigtaschen zuzubereiten. Begleitet von tollen Gesprächen und unter Anleitung der Könnerin.
Nach dem hart erarbeiteten Abendessen (ja, Momos sind zeitintensiv) helfen wir beim Abwasch und schliessen den Tag mit einer Runde Rummy ab. Draussen tobt inzwischen ein Schneesturm in Orkanstärke.
Heute lockt eine Route in der Region der Lobhörner. Tagwach ist um sechs Uhr. Uns erwartet Schneegestöber und Schneefall. Bergführer Stéphane geht mit uns beim Frühstück Route und Schlüsselstellen durch.
Wir sind parat, und nach dem LVS-Check ziehen wir los. Nach den ersten Schritten: Tamar hat es erwischt! Mit Grippesymptomen kehrt sie schweren Herzens um. Wir bewundern ihre Selbsteinschätzung. Uns zieht es in reduzierter Formation zur ersten Schlüsselstelle: die Steilstufe auf den Schärihubel (2124 m ü. M.). Eine Steilstufe weiter, stetig mit sicherem Abstand unterwegs, erreichen wir die Höji Sulegg (2413 m ü. M.). Welch ein Panorama! Brienzer- und Thunersee zu unseren Füssen, Eiger, Mönch und Jungfrau im Blick. Aber es geht noch weiter. Via Sulegggrat (sichere, aber spektakuläre Gratwanderung) geht es zur Nideri Sulegg. Wind, Schnee und Sonne wechseln sich ab. Bei der Mittagsrast beim Sulsseewli sind wir uns einig: Schneeschuhlaufen ist purer Genuss. Und das abwechslungsreiche Wetter trägt zu unglaublichen Stimmungen bei.
Die zweite Nacht verbringen wir im Zelt. Der geeignete Biwakplatz ist rasch gefunden: etwas windgeschützt, mit schöner Aussicht. Mit der Sonde wird die Schneetiefe ermittelt, dann wird mit den Schneeschuhen eine ebene Fläche erzeugt. Und schon bald steht das Zelt.
Für Isabelle ist die winterliche Nacht im Zelt eine Premiere. Aber was kann mit geübten Kollegen schon passieren? Frieren? Da haben wir alle unsere eigenen Geheimwaffen dabei. Raja schwört auf ein Inlett, Isabelle hat einen Notfall-Biwaksack dabei, und ich kenne den Trinkflaschen-Trick. Nach einer Bolognese aus der Tüte geht es schon bald in den Schlafsack.
Frühmorgens bewundern wir noch die Aussicht unter dem Sternenhimmel und steigen dann gemütlich ab. Die Zivilisation hat uns wieder.

Karte

Footnotes: Herzlichen Dank Isabelle, Raja, Tamar, Simon und Benjamin.
Du möchtest mehr zum Transa Winter entdecken?
Hier geht es zurück zur Übersicht.