Schneeschuhtour zum Eisfischen

28. Mai 2019

Warst du schon einmal Eisfischen? Yannick , Lea und Andy wanderten mit den Schneeschuhen via Melchsee-Frutt und Europaleiter zum Seefeldsee. Dort angekommen, ging es ans Eingemachte: Schnee wegschaufeln, Loch bohren, Rute präparieren und Eisfischen!

Fotos: Jonas Jäggy

Leiter Marketing, Office Zürich
Pragmatiker und Fischer aus Leidenschaft

Wir – Lea, Andy und ich – reisen zusammen mit dem Kamerateam am Montagabend auf die Melchsee-Frutt. Wir müssen so früh raus, dass eine Anreise am Morgen nicht gereicht hätte.

Der Plan ist, über die Europaleiter zum Seefeldsee zu kommen. Dort wollen wir unser Glück versuchen, einen Fisch zu fangen und den zum Znacht zuzubereiten. Florian Spichtig, Verwaltungsratspräsident von Obwalden Tourismus, begleitet uns. Ohne ihn dürften wir im Seefeldsee nicht fischen. Jedenfalls nicht im Winter. Kurz nach Abmarsch dann der zweite Fehltritt: Ruedi, auch vom Marketingteam, hat eine Banane mit dabei. Jeder Fischer weiss: nimm nie (!) eine Banane mit zum Fischen. Das ist eine alte Fischer-Weisheit.

Es wird noch richtig schön heute. Nach eineinhalb Stunden erreichen wir die Kante zwischen dem Gipfel Haupt und Abgschütz. Dort geht’s senkrecht die Europaleiter runter. Zweimal 25 Meter. Zwischen den beiden Leitern befindet sich der Europaplatz. Ein ca. 50 Zentimeter breiter Felsvorsprung, auf dem gerade mal zwei Leute nebeneinander Platz haben. Es kribbelt schon etwas im Bauch, wenn man so runterguckt. Wir schlüpfen in unsere Klettergurte, montieren das Klettersteigset und setzen den Helm auf. Auch Schlechtes kann von oben kommen.

Der Bergführer Roger zeigt uns, wie wir umhängen müssen. Einer nach dem anderen wagt sich in die Wand. Etwa eine halbe Stunde dauert der Abstieg auf der Leiter. Dann steigen wir eine weitere Stunde ab in Richtung Seefeldsee. Einem wunderschönen Fleck Schweiz, völlig unberührt und verlassen. Ganz in der Nähe befindet sich das geographische Zentrum der Schweiz, Älggialp genannt, erklärt uns Florian. Hier wird jedes Jahr der Swiss Award Gewinner geehrt. Also war auch Polo Hofer schon hier oben. Im Sommer blühen hier mit Sicherheit auch Alpenrosen.

Beim Seefeldsee angekommen, geht es erst einmal darum, unser Nachtlager aufzuschlagen. Etwas oberhalb vom See gibt es eine einfach eingerichtete, aber charmante Fischerhütte. Nebenan bauen wir unser Zelt auf. Wer wo schläft, wird noch ausgemacht. Sobald wir eingerichtet sind, begeben wir uns runter zum schneebedeckten See.

Dort schaufeln wir den Schnee weg und bohren ein Loch ins geschätzt ein Meter dicke Eis. Nun geht’s darum, den Köder – bei uns ist das ein fluoreszierender, farbiger Gummifisch – an der Angel anzubringen. Und dann ist es soweit: Wir tauchen den Köder ins eisige Wasser ein. Im Gegensatz zum Felchenfischen, wo meistens möglichst gleichmässig gezogen wird, kann beim Eisfischen etwas ruckartiger mit der Rute umgegangen werden. Es dauert keine zwei Minuten und ich hab die erste Regenbogenforelle an der Angel. Schon bald haben wir etwa fünf Löcher in den See gebohrt und jeder ist mit seiner Rute beschäftigt.

Beim Fischen geht’s nicht nur um den reinen Fischfang, sondern um das ganze Drumherum. Wir unterhalten uns über Fischarten, Fischzuchten und das Sportfischen. Trotz Ruedis Banane ziehen wir sage und schreibe sieben Fische aus dem See. Ich bin erleichtert, dass wir etwas zum Znacht haben. Weil ich die grösste Erfahrung im Fischen mitbringe, war auch die Last am grössten, dass wir etwas fangen müssen.

Am Abend bereiten wir die Fische auf dem Feuer zu. Mit Zitrone, frischem Dill, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Der andere Teil der Equipe kocht ein feines Risotto. Wir sind richtig verwöhnt und geniessen die gemütliche Stimmung in der heimeligen Fischerhütte.

Und dann die Diskussion, wer wo schläft: Wenn man nach Geschlechter aufteilen möchte, müssten alle Männer ins Zelt und Lea dürfte in der Hütte schlafen. Es war aber umgekehrt. Lea wollte unbedingt draussen im Zelt schlafen. Niemand machte ihr den Platz streitig.

Faszination Eisfischen