Tipps für dein Winterbiwak

30. Mai 2019

Eine Übernachtung im Schnee ist kalt, ungemütlich und eine Materialschlacht? Nicht unbedingt! Transa Mitarbeiter Hansi gibt dir Tipps, wie dir auch bei Minusgraden wohlig warm bleibt, du deine Ausrüstung optimal kombinierst und worauf du beim Kochen im Winter achten solltest.

Fotos: Ruedi Thomi

Verkaufsberater, Filiale Zürich Europaallee
Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern - im Sommer und Winter

Das Wichtigste bei der Tourenplanung ist, die aktuelle Wetter- und Lawinensituation im Auge zu behalten. Minustemperaturen im Winter sind normal, sobald diese aber auf Extremwerte sinken, ist Vorsicht geboten. Ebenfalls Vorsicht walten lassen solltest du bezüglich Lawinengefahr. Hier gilt wie immer beim Touren im freien Gelände: Bulletin checken, angemessene und defensive Routenwahl und für Tour wie auch Biwakplatz insbesondere Steilhänge meiden.  

Biwakplatz finden

Am besten für einen Biwakplatz eignet sich die Waldgrenze. Hier bist du in der Regel besser windgeschützt als im offenen Gelände, findest oft eine passende Mulde für dein Zelt oder deinen Biwaksack. Zudem spenden dir die Bäume den einen oder anderen Ast für ein wohlig warmes Feuer. 

Für das Winterbiwak gilt wie generell beim Wintersport: Respektiere deine Grenzen und damit den Lebensraum der Wildtiere. Beachte unbedingt lokale Wildruhezonen. In der Regel empfiehlt es sich, eher gemütliche Touren zu planen. Mit dem ganzen Gepäck plane ich jeweils eine Route von ca. 1 bis 1.5 Stunden ab dem Ausgangsort (ÖV-Haltestelle). Anschliessend erriche ich eine Art Basecamp und unternehme von dort aus Touren mit leichtem Rucksack.

Übernachten - ohne zu frieren

Für eine warme Nacht ist die richtige Kombination aus Schlafmatte und Schlafsack essentiell. Ich kombiniere für Übernachtungen im Winter meinen Sommer- sowie den drei-Saison-Schlafsack. So spare ich mir einen Winterschlafsack, den ich ohnehin nur einige Male im Jahr gebrauchen könnte und habe aber trotzdem genügend warm. Als Schlafmatte empfehle ich dir unbedingt eine 4-Saison-Schlafmatte mit einem R-Wert von mindestens 5 oder höher. Denn die Kälte kommt im Winter meistens von unten. 

Wenn du im Zelt übernachtest, brauchst du keinen zusätzlichen Biwaksack. Willst du aber verhindern, dass du im Schlafsack von der Schlafmatte rutschst, hält die Grevling Schlafsack-Schutzhülle alles zusammen und ist erst noch atmungsaktiv. Übernachtest du im Freien, benötigst du unbedingt eine Biwakhülle mit Gore-Tex Material. Verwendest du kein atmungsaktives Material, kann die Feuchtigkeit nicht entweichen und dein Schlafsack ist am nächsten Morgen von Kondenswasser durchnässt. 

Ebenfalls empfehlenswert für ein Winterbiwak sind Schneeheringe, ein Iso-Sitzkissen, eine Schaufel (unverzichtbar) und für ein eventuelles Iglubauen eine Schneesäge. Wenn du im Zelt übernachtest, lässt sich dieses auch gut mit Skis, Stöcken der Lawinensonde und anderen Utensilien abspannen. 

Kochen im Schnee

Ganz wichtig beim Kochen bei kalten Temperaturen: Spezielles Winter-Gas von Primus. Normales Gas gibt bei -5° Grad garantiert den Geist auf. Damit das Gas nicht zu dickflüssig wird, trägst du die Kartusche über Nacht oder während der Tour am besten auf dem Körper. Als Nachtessen liegt ein Fondue natürlich auf der Hand. Ebenfalls lecker und dazu noch besonders leicht: Couscous mit Gemüse. Alternativ und für all jene, für die es schnell gehen muss, bieten sich natürlich auch Fertigmahlzeiten von Lyo Food und Trek and Eat an oder klassische Fertigmenus aus dem Supermarkt. 

Richtig packen

Für meine Touren im Schnee verwende ich jeweils einen 70-Liter Rucksack. Diesen trage ich aber immer nur bis zum eingangs erwähnten Basecamp. Von dort aus unternehme ich sternförmig Touren mit einem leichten Tagesrucksack (max. 15-Liter). Den Schlafsack nehme ich jeweils nicht im Packsack mit, sondern stopfe ihn zu unterst in den Rucksack. Mit allen weiteren Utensilien im Rucksack komprimiere ich so den Schlafsack auf ein Minimum an Volumen, und spare so wertvollen Platz. Das Zelt separiere ich ebenfalls: Das Zelt in einen Plastiksack, das Gestänge aussen an den Rucksack. Und schon bist du ready für dein nächstes Winterbiwak! 

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