Wanderungen für Siebenschläfer

2. September 2019

Es gibt nicht nur DEN Wandervogel. Die einen zieht es schon am frühen Morgen raus wie die Lerchen, die anderen sind eher Nachteulen. Wir haben euch Wanderungen rausgesucht, die auch am Nachmittag noch machbar sind. Ausschlafen und loslaufen!

Fotos: Transa

Content Producer, Office Zürich
Fängt selten den Wurm.
«The early bird catches the worm», heisst es gerne, oder auch: «Morgenstund hat Gold im Mund». Aber ganz ehrlich: Es gibt besseres als Würmer und goldig ist der Herbst doch auch noch am Nachmittag. Darum haben wir für alle Schlafmützen und Nachteulen sechs Wanderrouten zusammengestellt, die ein Ausschlafen ohne Reue ermöglichen.

Faulhorn für Faulpelze (Bern)

Es erwarten dich ca. 3,5 Stunden Wegzeit mit traumhafter Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Startpunkt ist Grindelwald, von wo dich die Firstbahn in einer halben Stunde zur Bergstation First bringt. Von dort führt ein breiter Weg am Bachalpsee vorbei bis zum Berghotel Faulhorn. Nach einer kurzen Stärkung geht es wieder ein Stück zurück und dann hinunter zur Bussalp. Von da fährt dich der Grindelwaldbus gemütlich wieder ins Dorf zurück. Es erwarten dich knapp 10 Kilometer Wanderspass bei einem Anstieg von rund 550 Meter.

Sonnenuntergang auf der Rigi (Zentralschweiz)

Mit der Seilbahn ab Weggis oder der Standseilbahn ab Vitznau geht es schnell in die Höhe – nach Rigi Kaltbad bzw. Rigi First. Von da führt der leichte Bergwanderweg auf 6,5 Kilomtern (knapp 2 Stunden) zur Rigi Scheidegg. Der Weg ist ein einziges Panoramafenster. Wer die atemberaubende Aussicht auf den Vierwaldstättersee lieber sitzend geniesst, der findet zahlreiche Rastplätze und Feuerstellen.

Von der Bergstation Rigi Scheidegg kommt man mit der Seilbahn nach Kräbel und von dort mit der Standseilbahn nach Goldau. Die Seilbahn fährt an den Wochenenden bis 19.25 Uhr. Ab Oktober kann man nach der Wanderung also noch einen Sonnenuntergang mit Weitsicht geniessen.

In umgekehrter Richtung liegt sogar noch ein Abendessen drin: Die letzte Bahn ab Rigi Kaltbad fährt täglich um 22.55 Uhr (Stand 2019) nach Vitznau.

Gletschermühlen abgekürzt (Graubünden)

Das Naturwunder befindet sich auf der Alp Mora oberhalb von Flims und gehört zur Gemeinde Trin. Der Maliensbach hat dort den Stein so ausgewaschen, dass Badepools entstanden sind. Diese «Gletschermühlen» sind auch im Herbst meistens noch mit kristallklarem Wasser gefüllt – ein Bad ist möglich, aber definitiv eine Mutprobe.  

Für die Wanderung von Trin aus (Anfahrt mit dem Postauto) sollte man fünf bis sechs Stunden einplanen – 1200 Höhenmeter sind von da aus zu bewältigen. Wer spät dran ist, kann einige Höhenmeter mit dem Auto zurücklegen und so die Wanderung verkürzen. In Trin gibt es am Wegrand einen Briefkasten bei dem man eine Fahrbewilligung für CHF 20.- beziehen kann. Die Strasse führt anschliessend bis zur Alp Mora hoch – von da aus sind es noch knapp 40 Minuten bis  zu den Gletschermühlen. Unterwegs befinden sich mehrere Parkmöglichkeiten – so kann die Wanderdauer individuell bestimmt werden.

Wer zu den frühaufstehenden Wandervögeln gehört, kann auch den anspruchsvollen Weg von Bargis wählen und die Langschläfer später bei den Gletschermühlen treffen.

Durchs Amdener Hochmoor (St.Gallen)

Das grösste Moorgebiet der Ostschweiz strahlt im Herbst in besonders schönen Farben. Der Amdener Höhenweg führt auf rund 9 Kilometern durch Weiden, Wald und eben durch dieses geschütze Hochmoor – mit Sicht auf die Churfirsten, ins Glarnerland und auf den Walensee. Fürs leibliche Wohl sorgen einige Bergrestaurants. Wer sich lieber selber verpflegt findet mehrere Feuerstellen.

Die leichte Höhenwanderung startet in Amden: Von dort geht es mit der Sesselbahn Mattstock hoch zur Bergstation Walau und dann auf dem gekennzeichneten Wanderweg in ca. 2.5 Stunden bis nach Arvenbüel. Von dort bringt dich das Postauto wieder zurück nach Amden.

Romantisches Chaltbrunnental (Basel)

Die leichte Wanderung führt auf 8,5 Kilometern von Zullwil nach Grellingen (oder umgekehrt) durch die Chastelbach-Schlucht. Es erwartet dich ein zauberhafter Weg entlang dem Bachbett über moosige Steine und durch raschelndes Laub. Beim Chessiloch findest du Höhlenmalereien aus dem 1. Weltkrieg, sowie mehrere Feuerstellen für eine gemütliche Pause. Von Zullwil kannst du mit dem Bus nach Grellingen und von dort sind es mit der S-Bahn gerade mal 16 Minuten nach Basel.

Wer die ganze Runde laufen möchte, kann den Weg zurück über die Wiesen von Himmelried zum Ausgangspunkt nehmen und die Wanderung so auf knapp 15km ausdehnen. Der Rundweg eignet sich auch gut für Trailrunning oder als Familienwanderung.

Vom Üetliberg bis zum Mond (Zürich)

Jeder Zürcher kennt den Üetliberg und viele nutzen den Sonntag Nachmittag für einen Spaziergang auf den Zürcher Hausberg. Aber auch für grosse und kleine Wandervögel hat der Hausberg etwas zu bieten: den Planetenweg. Von der SZU-Station Üetliberg geht es hinauf Richtung Uto Kulm und dann weiter bis zur Felsenegg. Die knapp dreistündige Wanderung ist besonders spannend für Kinder, denn sie können einiges über unser Planetensystem lernen.

Von der Felsenegg bringt dich die Luftseilbahn hinunter nach Adliswil – oder du nimmst den steilen Abstieg zu Fuss in Angriff. Von Adliswil fährt die S4 zurück nach Zürich HB.

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