Holy shit - So erleichterst du dich in der Natur

17. Oktober 2022

Bei deinen Outdoor-Abenteuern wird sich früher oder später Mutter Natur bei dir melden. Doch was tun, wenn weit und breit kein WC in Sicht ist? Wir haben Tipps, wie du beim Toilettengang im Busch achtsam mit der Natur umgehst.

Fotos: Jonas Näf

Verkaufsberaterin, Transa Luzern
beim Trekken im hohen Norden achtsam unterwegs
Im besten Fall hinterlassen wir in der Natur möglichst wenig Spuren. Dazu gehört erst einmal, dass du so wenig Dreck und Müll wie möglich produzierst. Im Falle der Outdoor-Toilette geht das nur bedingt. Unter Bushcrafterinnen und Survivalisten geht der Trend klar in Richtung «mitnehmen und entsorgen», wo die «Bescherung» in wasser- und luftdichten Behältern bis zum nächsten Camping mitgenommen und dort vernünftig entsorgt wird.
 
Doch gerade bei mehrtägigen Touren stösst der Gedanke bei vielen unangenehm auf. Deshalb hier ein paar Tipps für deinen nächsten Toilettengang im Freien.
 

Eingelocht

Vergraben ist besser als achtlos liegen lassen. Grabe ein kleines Loch, das dir als Toilette dient. Dort kommt dein "Häufchen" hinein. Am Besten geht das mit einem Klappspaten. Diese gibt’s in einer handlichen Grösse, die gut in deinen Rucksack passt. Wenn du keinen zur Hand hast, geht auch ein Löffel oder ein grösserer Ast. Die Erde hebst du auf, damit du dein Outdoor-WC später wieder zuschütten kannst. Niemand sieht und riecht, dass du da warst.

Wichtig: Grabe das Loch tief genug, sodass auch wirklich alles verschwindet – es muss aber keine 30 cm tief sein. Für eine gute Toilette reichen ca. 10-15 cm völlig aus.
Suche mindestens 70 Meter entfernt von Wasser, Wanderwegen und Campingplätzen ein Plätzchen für deine Toilette. Es ist wichtig, dass Fäkalien und Erreger nicht ins Grundwasser gelangen, wo sie leicht wochenlang überleben.
Achte beim Platz für deine Toilette auf giftige Pflanzen, Ameisenhaufen und Bienennester. Streicheleinheiten von Brennesselblättern möchtest du nicht unbedingt.

Die Natur kann Toilettenpapier, Feuchttücher oder Taschentücher nur sehr schwer abbauen, deshalb verrotten sie teilweise über mehrere Jahrzehnte hinweg. Sämtliches Papier sollte nach Gebrauch in einer gut verschliessbaren Tüte wieder mitgenommen werden. Das gilt erst recht für Hygieneartikel und Windeln. Auch mit einem Robidog-Säckli funktioniert das ganz gut. Toilettenpapier kannst du auch verbrennen, sofern keine Waldbrandgefahr herrscht.

Unfreiwillig Papierlos

Wenn es dich unfreiwillig papierlos in die Büsche verschlägt: Bevor das Toilettenpapier erfunden wurde, griffen die Menschen gerne zu Hilfsmitteln aus der Natur, um ihren Allerwertesten abzuwischen. Alternativ lassen sich grosse, weiche Blätter verwenden. Blätter von Ahorn oder Buche eignen sich besonders gut. Der Natur zuliebe, bitte keine Pflanzen mit Wurzeln ausreissen; abgefallene Blätter tun auch ihren Zweck. Auch Baumrinde mit glatter Oberfläche geht gut. Weniger geeignet sind Moose: sie sind zwar schön weich, aber sie zerbröseln sehr schnell.

Auch mitgebrachtes Wasser aus der Flasche kann auf der Toilette als Wischmittel verwendet werden. Im Winter tun auf der Outdoor-Toilette auch ergonomisch geformte Schneebälle einen guten Dienst (das ist arg kalt am Hintern, aber es härtet ab).

...nichts zum abwischen da?  

Dann müssen deine Hände daran glauben. Das klingt gewöhnungsbedürftig. Säubere dir dann deine Hände im Gras und mit Erde oder verwende Desinfektionsmittel, anstatt deine Hände an Brunnen oder Viehtränken zu waschen. Bist du in der Gruppe unterwegs, trefft eine Abmachung darüber, welcher Ort für euer WC vorgesehen ist. Markiert zuvor gegrabene Löcher mit einem Stock, damit es nicht zu unschönen Überraschungen kommt. 

Nach Einbruch der Dunkelheit hilft dir eine Stirnlampe, um leicht ein geeignetes Örtchen für dein Klo zu finden. Und: du hast die Hände frei.

Fazit: Damit unsere Natur ein Wohlfühlort bleibt, solltest du bewusst und achtsam durch die einheimischen Wälder und Berge streifen. Und mit diesen Tipps im Gepäck wird deine Reise in die Wildnis zum naturnahen Abenteuer, gepaart mit einem Hauch von echter Freiheit.

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