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Ausrüstung für Skitouren

Für Skitouren benötigt es eine spezielle Ausrüstung. Nebst dem Komfort stehen bei der Skitouren-Ausrüstung die Funktion, das eigene Können sowie die Ansprüche der geplanten Tour im Vordergrund. Die wichtigsten Kauf-Tipps haben wir dir nachfolgend zusammengestellt.

+Ski

Breite:
Tourenski unterscheiden sich hauptsächlich durch die Breite unter der Bindung. Ein breiter Ski macht mehr Spass in lockerem Pulver oder auf kurzen Aufstiegen. Ein schmaler Ski spielt seine Stärken auf langen Touren und eisigen Verhältnissen aus. Ein breiterer Ski hat beim Gehen mit Fellen einen grösseren Reibungswiderstand, vom höheren Gewicht mal abgesehen. Und: Sehr breite Tourenfreerider stehen oft seitlich über eine vorgetretene Aufstiegsspur hinaus, was sehr mühsam sein kann. Dafür bietet ein schmaler Ski weniger Auftrieb, was den Spass in perfektem Pulver evtl. etwas schmälern kann.

Taillierung:
Die Taillierung beeinflusst den Kurvenradius, der möglich ist, wenn der Ski aufgekantet ist, also auf der Kante gefahren wird. Je stärker die Taillierung, desto kleiner ist der natürliche Kurvenradius. Allerdings bedeutet ein geringer Radius nicht automatisch, dass der Ski sich leichter drehen lässt.

Ist die Schaufelbreite im Vergleich zur Mittelbreite hoch, zieht die Schaufel beim Aufkanten automatisch in die Kurve. Allerdings will der Ski dann auch immer „seinen“ Radius fahren. Das heisst, ein Ski mit breiter Schaufel (im Vergleich zur Mitte) kann auch mehr Kraftaufwand bedeuten.

Je schmaler die Mitte, desto schneller reagiert der Ski beim Carving – der Kantenwechsel gelingt schneller. Grundsätzlich gilt, dass ein breiterer Ski auch träger ist, wobei das bei gerutschten Schwüngen keine Auswirkungen hat. Gehen die Ski am Ende schmaler zusammen, unterstützt er damit gerutschte Schwünge. Wird er eher breiter, ist der Ski gut zum Carven.


Härte von Flex und Torsion:
Die Härte von Flex und Torsion eines Skis richtet sich vor allem nach dem Einsatzzweck. Dein Gewicht mit kompletter Ausrüstung, deine Fahrweise sowie das technische Können entscheiden zusammen mit der Art der geplanten Tour sowie den Schneeverhältnissen darüber, ob du mit einem eher steiferen oder flexiblen Ski besser bedient bist.

Profil:
Bei einem Rockerski ist die Skispitze stärker und über einen längeren Bereich nach oben aufgebogen. Das hat im Tiefschnee den Vorteil, dass der Ski besser aufschwimmt, sich leichter drehen lässt und sich bei verharschten Verhältnissen weniger in den Schnee frisst. Es kann jedoch nicht pauschal gesagt werden, dass sich ein Rockerski besser fährt als ein Ski mit klassischem Vorspann.

+Felle

Material:
Zwei Materialien werden verarbeitet: zum einen Mohair aus dem Fell der gleichnamigen Ziege, zum anderen Kunstfaser. Mohair gleitet leicht und bietet hervorragenden Grip. Nachteil ist der schnellere Verschleiss, vor allem in vereisten Spuren und wenn man mit den Fellen über Steine läuft. Hier punktet Kunstfaser mit Langlebigkeit, allerdings um den Preis eines höheren Gleitwiderstandes. Einen guten Mittelweg bieten Felle aus einem Mix der beiden Materialien. Ob du nun 60/40 oder 80/20 wählst, ist Geschmackssache.

Haftung:
Das am weitesten verbreitete System sind Klebefelle, deren Leim man auffrischen oder erneuern kann. Klebefelle sind wegen des benötigten Klebers jedoch kälteempfindlich. Das kann problematisch werden, wenn auf einer Tour bei grosser Kälte ein weiteres Mal angefellt werden muss. Das zweite und neuere System sind Adhäsionsfelle. Sie funktionieren ohne Kleber und sind daher temperaturunabhängig. Allerdings sollte die Haftfläche immer schön sauber sein.

Harscheisen:
Kommst du bei grösseren Steigungen oder Traversen auf harschigem, vereistem Schnee ins Rutschen, verhelfen dir Harscheisen zu einem guten Halt. Harscheisen sind Beschläge aus Metall, meistens Aluminium, die in die Bindung eingesetzt werden. Sie haben beidseitig nach hinten gerichtete Zacken, die beim Vorwärtsgehen der Ski nicht greifen, aber ein Abgleiten nach hinten oder seitwärts verhindern. Harscheisen gehören zum Standard-Gepäck.

+Bindung

Rahmenbindungen:
Bei dieser Bindungsart sind die Vorder- und Hinterbacken durch einen Rahmen verbunden. Rahmen und Hinterbacken werden beim Gehen angehoben. Klare Vorteile sind das unkomplizierte Einsteigen und die Möglichkeit, Pistenskischuhe damit verwenden zu können.

Pin-Bindungen:
Pins sind Metallstifte, die vorne an beiden Seiten sowie hinten direkt in Metallinserts der Sohle greifen und den Schuh damit unmittelbar auf dem Ski fixieren. Der Gehkomfort und das geringe Gewicht sind die Hauptargumente für diese Bindungen. Beim Gehen hebt man mit jedem Schritt lediglich den Schuh an und nicht die komplette Bindung. Die Kraftersparnis ist beachtlich. Der höhere Gehkomfort ergibt sich aus dem Drehpunkt nahe dem Vorderfussballen, was dem natürlichen Abrollverhalten besser entspricht als bei einer Rahmenbindung.

Steighilfe:
Steighilfen sind Stützen, die in praktisch allen Bindungen zum Einsatz kommen. Sie erlauben dem Fuss einen flacheren Gehwinkel, was im steilen Gelände viel Kraft spart. Sie können je nach Bedarf mehrstufig zugeklappt werden.

+Schuhe

Beim Skitourenschuh geht es wie beim Ski um Einsatzzweck, Können und Fahrstil. Schalenhärte, Schnallenanzahl und deren Anordnung, Schafthöhe und Einstellwinkel sowie Metallinserts für Pin-Bindungen richten sich nach der Tour und der restlichen Ausrüstung.

Innenschuh:
Transa führt ausschliesslich Modelle mit Thermoflex-Innenschuhen. Diese werden erhitzt, kühlen am Fuss aus und passen sich dadurch präzise der Fussform an. Dieses Verfahren kann auch nachträglich wiederholt werden. Trotzdem gilt: Der Schuh muss an deinen Fuss passen, die Leisten unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller.

Aussenschuh:
Auch die Aussenschalen können angepasst werden, wenn etwa Überbeine oder Ballenzehen (Hallux) Probleme bereiten. Die Schale wird erhitzt und an den neuralgischen Punkten geweitet. Auch das lässt sich nachträglich wiederholen, sollten bei den ersten Touren Probleme auftreten.

Einlagesohle:
Einlagen können sehr hilfreich sein. Transa bietet dir vorgeformte Einlagen von Superfeet in unterschiedlicher Dicke und mit verschieden stark ausgeprägter Unterstützung des Fussgewölbes an. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Fussabdruck anfertigen zu lassen. Unser Partner Swissbiomechanics fertigt damit individuelle, orthopädische Einlagesohlen an.

Lebensdauer eines Touren-Skischuhs:
Bei 30 Touren pro Winter hält dir ein Schuh etwa drei bis vier Jahre. Gehst du hingegen nur drei Touren pro Saison, kann es ein Schuh für einen Gutteil deines Lebens sein. Allerdings wird der Kunststoff im Laufe der Jahre auch ohne intensive Nutzung spröde und hart. Und veralteter Kunststoff bietet dir keinen guten Halt mehr und kann sogar brechen, vor allem bei starker Kälte.

Sohle:
Skitourenschuhe haben eine Vibram-Sohle mit Profil. Dadurch hast du auf den letzten Metern zu Fuss zum Gipfel im Vergleich zu den Kunststoffsohlen von Skischuhen perfekten Halt. Zudem sind sie steigeisentauglich. Manche Freerideschuhe haben eine geschraubte Wechselsohle, damit du sie auch in Alpinbindungen fahren kannst.

+Stöcke

Skitourenstöcke sind in der Regel Teleskopstöcke, inzwischen gibt es auch Faltstöcke mit langen Winterspitzen. Achte bei Teleskopstöcken darauf, dass sie mit aussenliegendem Klemmverschluss ausgestattet sind, da innenliegende Spreizdübel bei Kälte mitunter versagen. Skitourenstöcke haben einen nach unten verlängerten Griff, sodass bei Hangquerungen der obere Stock tiefer gegriffen werden kann. Verwendest du deine Trekkingstöcke, musst du unbedingt Winterteller montieren, da ansonsten der Stock im Schnee einsinkst, was z. B. bei Spitzkehren lästig bis fatal sein kann.

+Sicherheitsausrüstung

Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS):
Das LVS ist zusammen mit Sonde und Schaufel die wichtigste Standardausrüstung. Nur in dieser Kombination ist es dir möglich, einen Kameraden aus einer Lawine zu retten oder von ihm gerettet zu werden. Digitale Geräte mit drei Antennen sind heute Standard. Es gibt sehr üppig ausgestattete Geräte, welche sogar die Vitalfunktionen eines Verschütteten anzeigen. Solche High-End-Geräte richten sich in erster Linie an den professionellen Anwender, können jedoch auf ein einfacheres Basis-Profil umgestellt werden, das den Standard-LVS entspricht. Diese bieten alle nötigen Funktionen und sind preisgünstiger. Das Wichtigste ist, dass du lernst wie das Orten, Sondieren und Ausgraben eines Verschütteten funktioniert. Buche einen entsprechenden Kurs bei einer Bergschule und wiederhole dein Wissen mindestens zu Beginn jeder neuen Skitourensaison.

Sonde und Schaufel:
Sonden werden aus Aluminium oder dem leichten Carbon gefertigt. Eine Sonde muss mindestens 240 cm lang sein und über einen mit Handschuhen einfach zu bedienenden Spannmechanismus verfügen.
Schaufeln sollten ein Aluminiumblatt haben, da Kunststoffblätter im harten Lawinenschnee leicht brechen können. Falls du nicht so kräftig bist, wähle ein kleineres Schaufelblatt. Der Stil sollte ausziehbar sein, um eine grössere Hebelwirkung zu erreichen. Ein guter Griff erleichtert das Graben zusätzlich.

Lawinenairbag:
Sofern du den Airbag aktiv auslöst, schwimmst du oben auf der Lawine mit und wirst im Idealfall nicht oder nur sehr oberflächlich verschüttet. Auf dem Markt bekannt sind hauptsächlich die Systeme von ABS sowie Snowpulse (z. B. in Mammut-Rucksäcken). Die Form und Funktion des Rucksacks ist schlussendlich wichtiger als das verwendete Airbag-System. Daher sind Airbagsysteme, die du ausbauen kannst, sehr praktisch. Das ermöglicht dir, den Rucksack auch bei anderen Sportarten zu nutzen. Du kannst damit auch mit einem einzigen Lawinenairbag verschieden grosse Rucksäcke bestücken, Kompatibilität mit dem gewünschten Airbag vorausgesetzt.

+Zubehör

Rucksack:
Für eine Tagestour benötigt man einen Rucksack mit 20 bis 25 Liter Volumen. Ein verlängertes Wochenende mit Hüttenübernachtung oder eine Skihochtour mit Gletscherausrüstung erfordern 35 Liter oder mehr. Pickelhalterung, Safety-Fach mit schnellem Zugriff auf Sonde und Schaufel sowie die Möglichkeit, Ski aufzubinden, findest du bei den meisten Wintermodellen. Viele bieten auch die Möglichkeit, Schneeschuhe und Snowboard an der Front zu befestigen.

Helm:
Ob mit oder ohne Helm – das muss schlussendlich jeder für sich selber abwägen. Klar für den Helm spricht die Sicherheit, da er auch auf einer Skitour bei einem Sturz und vor allem vor Stein- und Eisschlag schützt. Dafür reicht bereits ein Kletterhelm, der um einiges leichter ist als ein Skihelm und auch über Mütze und Kapuze bequem zu tragen ist.

Sonnenbrille / Skibrille:
Ganz wichtig ist eine gute Sonnenbrille, die deine Augen effektiv vor schädlicher UV-Strahlung schützt, die vom Schnee zusätzlich stark reflektiert wird. Daher sollte sie auch seitlich und nach unten gut abschliessen. Eine Goggle benötigst du bei Schneefall, starkem Wind und evtl. für die rasante Abfahrt.

+Bekleidung

Auf Skitour triffst du bekleidungstechnisch auf drei ganz unterschiedliche Situationen: den Aufstieg, bei dem du schnell mal ins Schwitzen kommst, die Gipfelpause währenddessen du auskühlst und die Abfahrt, auf der du dich vor dem Fahrtwind und etwaigen unsanften Landungen schützen musst. Hier hilft nur das Zwiebelprinzip, also mehrere Schichten, die je nach Bedarf aus- und angezogen werden können: Funktionsunterwäsche, dünne Isolationsschicht, evtl. Softshell-Weste und wärmende Jacke. Welches Material du wählst, hängt von deinen Vorlieben und vor allem auch von der aktuellen Temperatur ab.

An den Beinen genügt eine Softshell-Hose mit langen Belüftungsreissverschlüssen und integrierten Gamaschen. Diese trägt sich angenehmer als eine wasserdichte Hose mit Membrane. Ob du darunter eine lange Unterhose trägst, hängt vom persönlichen Kälteempfinden und von der aktuellen Temperatur ab.

Beim Skitourengehen bekommt man selten kalte Füsse. Daher reichen meist eher dünne Skistrümpfe, für Gfrörlis mitteldicke Modelle.

Mütze oder Stirnband sowie Handschuhe gehören immer in den Rucksack. Während der Kopfwärmer von sehr persönlichen Kriterien abhängt, hat sich für den Schutz der Hände die Kombination von zwei Paar Handschuhen bewährt: dünne Fleece- oder Softshell-Modelle für den Aufstieg und dicke, wasserdichte Handschuhe für die Abfahrt sowie für den Notfall.