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Gipfelgenuss auf dem Gurten

Für Transa bereiten Spitzenköche mit Outdoor-Equipment auf einem Berg in ihrer Region ein Dreigangmenü zu. Diesmal an der Reihe: Aline Born. Sie zaubert auf dem Berner Hausberg bei tiefen Temperaturen in aller Seelenruhe ein Gourmetmenü.

"Da gibst du dier Mühe, kochst ein schönes Menü und dann stiehlt dir eine Espressomaschine die Show." Aline Born grinst über die Begeisterung ihres Freundes Michael und des Fotografen Peter, die sich schon vor dem Dessert mit der kleinen Handpresso-Pumpe mehrere Espressi zubereitet haben und von dem coolen Tool schwärmen. Dabei findet aline das Gerät selber toll und kann dank ihrer Erfahrung als ehemalige Mitarbeiterin der Rösterei "Kaffee und Bar" in Bern auch die Qualität des mitgebrachten Kaffees beurteilen. Die 29-jährige Berner Spitzenköchin hat zu diesem Zeitpunkt auf dem Gurten bereits zwei geniale Gänge auf den Teller gezaubert und gönnt sich jetzt zum ersten Mal eine kurze Verschnaufpause.

Gemeinsam sind wir von der Talstation der Gurtenbahn auf den Berner Hausberg gewandert und haben uns unweit des Ostsignals einen Platz zum Kochen ausgesucht. Die Location für die Transa Koch-Challenge war schnell bestimmt, und auch sonst gab es für sie keine Zweifel. "Ich mag Herausforderungen. Und wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig." Dieses Leitmotiv charakterisiert Alines gesamten Berufsweg. Nach der Sekundarschule absolvierte sie eine Lehre als Bekleidungsgestalterin (ehemals Damenschneiderin) mit Berufsmaturität, ehe sie bei Urs Messerli im Restaurant "mille sens" die Kochlehre in Angriff nahm. Als beste Lehrabgängerin gewann sie 2010 den Wettbewerb "Talent et Passion" der Jeunes Restaurateuers d'Europe en Suisse und wurde im gleichen Jahr Weltmeisterin mit der Junioren-Kochnationalmannschaft. Nach diversen Praktika, unter anderem bei Tanja Grandits, arbeitete sie bei Andreas Caminada und im NOPI in London, war Küchenchefin und Chef de Service im Restaurant Mille Privé in Kirchdorf. Als Perfektionistin packt sie auch für das Outdoor-Kochen mit Transa ziemlich viele Lebensmittel ein. Dazu gehören etwa ein Raps- und ein Olivenöl, selbst gemachter Holundergelee, Crème fraîche und eine selber hergestellte Bouillonpaste. Alines Rucksack ist schwer und quillt fast über. Trotzdem kommt während dem Aufstieg kein Wort des Jammerns über ihre Lippen. "Ich war schliesslich in der Pfadi!"

Zuerst bereitet Aline den Teig für den Bündner Tatsch zu, eine Kaiserschmarrn-ähnliche Nachspeise. Denn der Teig muss nachher ruhen. Sie mischt Mehl, Eier und Milch und gibt etwas Weisswein dazu. Immer wieder passieren Mountainbiker und Wanderer die Kochstelle und werfen uns neugierige Blicke zu.

Mit Rucola, Portulak, Fenchel, Radieschen und Brunnenkresse, die sie auf dem Märit am Stand von "Bio-Baumann" gekauft hat, macht sie einen feinen Frühlingssalat und verziert ihn mit Blüten von Primeln. Aline ist es wichtig, dass die Produkte, wann immer möglich, aus der Region stammen und dass sie eine persönliche Beziehung zu den Herstellern hat. Für das Dressing verwendet sie Rapsöl und weisses Balsamico. Dazu kommen grillierter junger Spargel, geröstete Brioche mit Broccolisamen und Markbein: All das hat sie auf dem Brändi Grill am offenen Feuer zubereitet.

Parallel zur Vorspeise hat Aline auf dem Optimus-Gaskocher Venere-Reis für das Risotto vorgekocht. Jetzt wird die Lachsforelle von der Fischzucht Rugibenhof mit Tannenschösslingen und Thymian gefüllt, gesalzen und gepfeffert und mit Olivenöl und Zwiebeln in Alufolie auf dem Grill gelegt. Ins Risotto kommen selbst gemachte Bouillonpaste, fein geschnittene Karotten, Sellerie, Thymian, Schnittlauch, Rahm und ein Bergkäse von der Bättenalp im Berner Oberland. Ein  Schuss Pinot Noir Réserve 2011 vom Johanniterkeller Twan veredelt das Reisgericht, das mit Löwenzahn vom Grill und der gebratenen Lachsforelle den Hauptgang bildet. Der Aufwand hat sich gelohnt: Das Risotto ist perfekt gegart, sämig und sehr aromatisch. Gelungen ist auch die Lachsforelle vom Grill, bei der sich der feine Rauchgeschmack perfekt mit de Aromen der Tannenschösslinge und des Thymians vereint.

Pünktlich zum Essen ist Alines Lebenspartner Michael mit dem Velo auf dem Gurten eingetroffen und geniesst jetzt den Hauptgang. Währenddessen bereitet Aline den Nachtisch vor: Gemütlich schnippelt sie die ersten Erdbeeren, veredelt sie mit selbst gemachtem Holundergelee und Weisswein und gibt den Tein in die Frypan-Bratpfanne von GSI Outdoors. Die wabenförmige Teflonbeschichtung begeistert die Spitzenköchin. Die Omelette lässt sich problemlos wenden und gelingt perfekt, wird dann aber wie Kaiserschmarrn in kleine Stücke zerstossen. Alines Freund Michael und das Journalistenteam gönnen sich parallel dazu die erwähnten Espressi. Das Konzept der handbetriebenen Maschine überzeugt die Kaffee-Aficionados Aline und Michael. "Solche Tools begeistern mich einfach", sagt Michael.

Über dem Gurten hängen Nebelschwaden und die Temperaturen sind tief. Das Ausharren lohnt sich aber: Zusammen mit dem Bündner Tatsch und den Erdbeeren gibt es jetzt Schlagrahm mit getrockneten Rosenblättern. Das Dessert ist nochmals ein echter Höhepunkt des Dreigangmenüs. Und Alines Freude über das Outdoorerlebnis tut das Wetter sowieso keinen Abbruch. 

Wer sich von aline Born bekochen lassen möchte, kann dies momentan in keinem Restaurant tun. Die 29-Jährige absolviert aktuell die Hotelfachschule und bietet Caterings an. Danach könnte sie sich vorstellen, einen eigenen Betrieb zu führen. "Am liebsten ein Restaurant mit eigenem Bauernhof." an fehlender Leidenschaft oder Vielseitigkeit würde ein solches Projekt nicht scheitern - das hat der heutige Tag bewiesen.