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Auf den Gletschern des Mont Blanc

Bei der Lesertour 2017 geht es hoch hinaus: Beim Gletschertrekking rund um den höchsten Berg der Alpen sind grandiose Ausblicke und unvergessliche Erlebnisse garantiert. Als Vorhang hat eine Gruppe von Transa Mitarbeitenden dem Mont Blanc einen Besuch abgestattet.

Was für ein Finale! Während die Sonne am Horizont immer kleiner wird, werden Augen ringsum ganz gross. Endlich sehen wir weiter als 100 Meter. Der Tag war bislang mit Nebel, Regen und guter Kleidung feuchtfröhlich. Aber jetzt, pünktlich zum Sonnenuntergang, lichtet sich der Wolkenvorhang und Seine Majestät Mont Blanc betritt die Bühne. Über den höchsten Punkt des Fast-Fünftausenders (4810 Meter) hinweg gehen die Blicke wie beim Tennismatch hin und her, fast ungläubig angesichts der Gipfelschau: Mont Blanc, Aiguille du Midi, Grandes Jorasses, Aiguille Verte und retour. Im warmen Licht leuchten nicht nur die Giganten der Mont-Blanc-Gruppe, sondern auch die sieben staunenden Augenpaare, die sich seit Wochen auf dieses hochalpine Abenteuer gefreut haben: Die Rundtour um den Mont Blanc. Sechs Transianer haben diese Leserreise mit einem Bergführer für die 4-Seasnsons-Leser ausgekundschaftet. 

Fan-Gesang statt Hüttenruhe
Glücklicherweise markiert der fulminante Sonnenuntergang am Refuge du Lac Blanc nur das Ende des ersten Tourentages. Feiner könnte der Vorgeschmack auf unser Gletschertrekking am Dach Europas kaum sein. Das feine Znacht kommt dagegen vom Dach der Welt. Ash, der Koch, ist am Manaslu im Himalaja aufgewachsen. "Fast so grosse Berge wie zu Hause", sagt er mit Blick auf die steilen Wände und spitzen Gipfel, über denen inzwischen der Vollmond leuchtet. "Just fantastic", fügt Shannon hinzu, die mit ihrem Mann extra für die klassische Tour de Mont Blanc aus Seattle eingeflogen ist. Im Gegensatz zu ihrer elftägigen Tour haben wir eine fünftägige Variante vor uns – dafür mit weit mehr Gletscher- und Hochgebirgsanteil.

Statt die Hüttenruhe einzuhalten, feiern die Matratzennachbarn ihre Internationalität vor dem Handybildschirm: Per Datenroaming kommt das EM-Spiel Schweiz gegen Frankreich in die Hüttenstube, nach welchem sich französische Gastgeber und Schweizer Gäste mit 0:0 ins Bett verabschieden.

Der Frühsport am nächsten Morgen besteht aus Restschnee-Rodeln, gefolgt von Foto-yoga. Die Transianer räkeln sich mit aufgesetztem Rucksack und vorgehaltener Kamera in bodennahen Gleichgewichtsübungen. Grund dafür ist ein junger Steinbock. Der setzt sich so fotogen in Szene, dass er von den Graubündner Marketing-Steinböcken Gian und Giachen abstammen könnte. Bald eine halbe Stunde dauert die tierische Begegnung, bevor sich Olaf, wie wir unser tierisches Model getauft haben, wieder dem Panorama-Grasen zuwendet. Auch wir geniessen den grandiosen Ausblick. Seit dem Tourstart gestern Mittag dient uns der Panoramaweg an der Aiguille Rouges als Aussichtstribüne.

Mit jedem Schritt steigt die Vorfreude – besser kann eine Umrundung nicht starten. Am Mittag wechseln wir bei Le Tour die Talseite, steigen mit Seilbahnunterstützung in Richtung Zentralmassiv auf und tauschen damit die Beobachter- gegen die Akteursperspektive. Über steile Flanken und Schneefelder betreten wir die Eisstube der Mont-Blanc-Gruppe. Dabei traversieren wir die französisch-schweizerische Grenze. In sicherer Entfernung passieren wir den schroffen Gletscherbruch unter der eisgepanzerten Aiguille du Chardonnet. Unser Tagesziel ist das Refuge Albert 1er. Spätestens auf dessen Terrasse sind wir im Hochgebirge angekommen. Bergsteiger kehren mit Gletscherausrüstung behängt von umliegenden Gipfeln zurück. Auf der Mauer erzählen zufriedene Gesichter von ihren Gipfelerfolgen.

Angeseilt und ausgeschwitzt
Über Nacht hat Frau Holle die Schneekugel geschüttelt. Von all den Aiguilles ist keine Spitze mehr zu sehen. Das Whiteout beginnt direkt hinter der Hüttenterrasse. Gut, dass Hans-Peter als Bergführer der Alpinschule Höhenfieber den Weg über den Glacier du Tour in- und auswendig kennt. Nachdem wir alle fest ins Seil eingebunden sind und Steigeisen angelegt haben, führt er den Gletscherzug sicher durch die Hochnebelsuppe. Die Wolkenglocke dämpft jedes Geräusch, beschränkt die Sicht auf das Naheliegende und wirkt fast meditativ. Wäre da nicht das unsanfte rucken des Gletscherseils. "Am Anfang hab ich mich fast ein wenig gefangen gefühlt", wird Daniel aus der Transa Administration später sagen. Tatsächlich gibt Hans-Peter Geschwindigkeit und Schrittweite vor. Bis sich sechs freiheitsliebende Individualisten auf diese Gangart eingestellt haben, stolpert und strauchelt so mancher am ruckenden Seil. Erst nach und nach bildet sich ein harmonisches Gruppengefüge, das sich als bunter, 14-füssiger Lindwurm den Weg durch die kontrastarme Hochgebirgslandschaft bahnt. Der Kopf ist im Leerlauf. "Man muss sich auf nichts anderes konzentrieren als auf die Schritte des Vordermanns", sagt Chrigel, Verkaufsberater in der Filiale Basel. Gletschertrekking als aktive Entspannungsübung. In Gedanken versunken spinnen einige das Wellnessprogramm schon weiter: Im Tagesziel Hotel Edelweiss wartet nämlich eine Sauna auf uns. Nach Seilbahnabfahrt und Postbustransfer pendelt die "freigelassene" Gruppe zwischen Schwitz- und Kalt-Bad. "So gern ich Hüttenflair wirklich habe, ein Hotel mit Bett, Bad und Sauna ist ab und zu schon was wert!", sagt Evi von Transa Bern beim Znacht. Und Marina, Verkaufsberaterin Transa Luzern, fügt hinzu: "Und das mitten in der Tour ist schon ziemlich optimal."

Erholt starten wir am nächsten Morgen in einen klaren Tag. "Für mich war es ein perfekter morgen: In der kühlen, frischen Luft am Bergbach ins Tal hinein der Sonne entgegenzulaufen. Wow!", schwärmt Daniel. Noch mehr Wow wartet am Gipfel des Tête de Ferret (2714 Meter). "Ein umwerfendes Panorama", um es mit den Worten von Jürg, ehemaliger Verkaufsberater Transa Zürich Europaallee, zu sagen. Die Grandes Jorasses sehen wir jetzt von hinten, und wie ein langer, weisser Bart hängt das Gletscherband am Gipfel der Aiguille de Triolet. Im warmen, trockenen Gras liegend geniessen wir das Traumwetter, die Gipfelpracht, das Zusammensein und den Ausblick auf einen gemütlichen Abend im Rifugio Elena zu unseren Füssen.

Nicht für 100'000 Euro
"Ciao ragazzi!", ruft uns der Wirt beim Betreten der Hütte entgegen und wird uns den restlichen Tag nach italienischem Gusto verwöhnen. Die Gruppe ist in Hochstimmung. Nach drei erfüllten Tagen relaxen wir den Nachmittag auf der sonnenverwöhnten Südterrasse. Mit Blick auf die hochalpine Szenerie bleiben die Gespräche nicht lang beim Toureneinmaleins, längst sind sie freundschaftlich und intensiv geworden. Kaum zu glauben, dass dies der letzte Abend unserer Tour ist.

Der Abschlusstag ist an Höhepunkten kaum zu überbieten. Die nagelneue Skyway-Seilbahn bringt uns in die Palaststube der Mont-Blanc-Gruppe. Bei Kaiserwetter auf der Panoramaterrasse wandert der Blick vom Matterhorn über den Dent du Géant zur Aiguille du Midi. Vor uns liegen zwei Stunden Gletschertrekking vom Feinsten, zwischen weit aufklaffenden Gletscherspalten und an Granitgiganten wie dem Grand Capucin vorbei. Als krönender Abschluss sind die letzten Tourenmeter die spektakulärsten. Vom Gletscher aus betreten wir den schmalen östlichen Firngrat der Aiguille du Midi. Er bildet den Normalweg zum surrealen Bauwerk auf der ausgesetzten Felsnadel. "Der sieht aus wie der Biancograt in Klein", sagt Chris aus der Transa Administration. Recht hat er. Rechts fällt der Blick ohne Hindernis fast 3000 Meter nach Chamonix hinunter. Die Anspannung ist jedem anzusehen. Hans-Peter hält uns beschäftigt, schaut, dass wir nicht zu viel Zeit zum Grübeln haben, und gibt klare Anweisungen. Ausser ihm spricht kaum einer ein Wort. Geübt ziehen wir die Steigeisen fest, holen die Pickel hervor und kontrollieren gegenseitig die Sicherung. Dann setzt die Gruppe konzentriert Schritt vor Schritt. Jeder schaut nach dem anderen, das Seil ruckt kein einziges Mal. Kaum fünft Minuten dauert der Abschnitt, dann schlüpft der Letzte durch das Gatter der Aussichtsterrasse. Die Anspannung fällt ab und Freudentaumel gewinnt die Oberhand. Mit komplettem Geschirr am Körper wird reihum umarmt. Es dauert einen Moment, bis wir die Touristen mit Turnschuhen und Selfie-Stick um uns herum realisieren. Mit Steigeisen und Pickel fallen wir zwischen ihnen gehörig auf. Ein älterer niederländischer Herr gratuliert Chrigel wie einem gefeierten Helden. Der fragt: "Wollen Sie es auch ausprobieren? Ich leihe Ihnen gerne meine Ausrüstung." "Nicht für 100'000 Euro", entgegnet der Mann lachend. "Ich bin doch nicht verrückt!"

Wir "Verrückten" hingegen geniessen die Audienz am Mont Blanc in vollen Zügen. Die 60 Jahre alte Seilbahnstation auf der Aiguille du Midi ist an sich schon eine Reise wert und ein würdiger Abschluss dieser genialen Umrundung. Aug' in Aug' stehen wir mit dem höchsten Berg Europas, der nur knapp 1000 Meter über uns gipfelt. All die Eindrücke werden bleiben: der Blick zurück auf die monumentalen Granitgiganten im Eismeer, auf die 3400 Meter hohe, zerklüftete Eisdecke des Mont Blanc und hinüber auf den Lac Blanc, wo unsere Tour vor vier Tagen begann. Zusammen mit allen anderen Aussichten, Einsichten und gemeinsamen Erlebnissen kommen sie in die Erinnerungsschatzkiste. Diese Momente sind es, weshalb man aufbricht, sich anstrengt, an Grenzen geht und sie ab und an auch überschreitet.