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Bergparadies für Winternomaden

Schneeschuhwanderer werden auf der Alp Flix glücklich! Die Hochebene im Oberhalbstein wartet mit weiten Hängen und einem Hotel mit mongolischen Jurten auf. Das ideale Terrain für die nächste Leserreise von 4-Seasons.ch! Eine Gruppe von Transa Mitarbeitenden ist schon mal vorgewandert:

"Bund de!" sagt Alfons Cotti, Hüttenwirt, als die Transa Truppe die Tür zur rustikalen Stube seines Jurtenhotels öffnet. Und gute Tage sollen es werden, wenn sie hier oben auf der Alp Flix das Angenehme mit dem Aktiven verbinden. Schliesslich sind sie in den Parc Ela gekommen, mit auf Schneeschuhen über strahlend weisse Alpen zu stapfen, die grandiose Bergwelt zu geniessen, um sehr gut zu essen und noch besser zu schlafen – und zwar in originalen Jurten, den Wohnzelten der mongolischen Nomaden. Die 4-Seasons.ch-Leserreise wird von acht Transa Mitarbeitenden erkundet und wie gewohnt von der Bergschule Höhenfieber organisiert.

Vom Dorf Sur steigt man nur 360 Höhenmeter zur Alp Flix herauf. Höhenfieber-Bergführer Benedikt Arnold ist schon da, als die ersten Transianer auf der Alp eintreffen.

Ein Kranz veritabler Dreitausender
Die Weiten der Alp Flix breiten sich auf rund 2000 m Höhe wie eine Naturbühne aus. Aussen herum schart sich ein Kranz veritabler Dreitausender: Piz Platta, Piz Scalotta, Piz d'Err und Piz d'Angel, um nur die prominentesten zur nennen. Hier oben, zwischen Julierpass und Savognin, liegt ein urtümliches Paradies für alle Winterfreunde, die sich lieber abseits des Pistentrubels bewegen. Benedikt versammelt die Gruppe zu einer ersten Erkundungstour hinter dem Haupthaus von Alfons' Berghotel. Er zieht noch den einen oder anderen Riemen an den Schneeschuhen strammt und prüft, ob die LVS-Geräte ordnungsgemäss senden. Dann setzt sich die Schlage in Bewegung, quert einen Bach, zieht eine erste Hangstufe hinauf – um an einer urigen winzigen Holzhütte Pause zu machen.

Als hätte der Parcoursdesigner diese Route eigens für Schneeschuhwanderer erdacht, zieht sich die Aufstiegsspur durch kupiertes Geländer, über ideal geneigte baumlose Hänge. "Wir müssen uns hier rechter Hand halten, denn links liegt das Falotta-Wildschutzgebiet, das wir nicht betreten dürfen", erklärt Benedikt. Er weiss auch: "Beim Schneeschuhwandern kann man die Landschaft besonders intensiv geniessen, weil man langsam unterwegs ist." Nach gut einer Stunde erreichen sie den Kamm, dem sie ein Stück weit nach links folgen. Ein geschichteter Steinhaufen markiert den höchsten Punkt auf der Aussichtsloge auf 2502 m.ü.M. Während des Abstiegs ziehen sie immer wieder die Smartphones, um die letzten Sonnenstrahlen und den Sonnenuntergang festzuhalten.

Als sie das Jurtenhotel erreichen, flackert davor bereits ein Lagerfeuer – und plötzlichen springen zwei Gestalten über den eingetretenen Pfad, werfen sich in den Schnee, wälzen sich kurz, um sich dann in Handtücher zu wickeln. Die Mädels kommen aus dem Saunafass, das zwischen dem Haus und den Wohnzelten liegt. In den Jurt drinnen bollert schon der kleine Eisenofen vor sich hin und verströmt Wärme. Dicke Lacken aus Schafwollfilz isolieren die Wände, die von einer wasserdichten Plane von aussen her vor Nässe geschützt sind. Der Name Jurte stammt vom türkischen Wort "Yurt" ab, was "Heim" bedeutet. Im ehemaligen Stall des Berghotels hat Kati, eine der beiden Frauen aus dem Saunafass, bereits den überlangen Holztisch fürs Abendessen eingedeckt. Wo früher Kühe an Trögen wiederkäuten, überrascht heute ein stylisch-rustikales Restaurant mit Leuchtstreifen im Boden. Zusammen mit Victoria halt Kathi den Betrieb am Laufen und die Gäste bei Laune. Etwas zu lachen und zu erzählen haben die beiden allezeit. Alfons spendiert zur gelungenen Tagestour eine Runde Schnaps: Williamsbirne mit Honig – der geht runter wie nix! Natursteinplatten untermalen die Bar, während wir auf wuchtigen Holzschemeln mit Schaffellen thronen. Nach dem Essen huscht die Truppe durch die kalte Nach in ihre Jurten, schlüpfen unter die rot-weiss-karierten Duvets und werfen einen letzten Blick durch das Glasdach in den Sternenhimmel.

Um 6 Uhr piepst der Wecker. "Aufstehen!", ruft Adrian, Verkaufsberater aus Basel, in die Runde. Alle haben gut geschlafen, erst gegen Morgen war es in der Jurte kühler geworden. Für das Frühstück sollte man genug Zeit einplanen: Es gibt Biojoghurt, französische Bonne-Maman-Marmeladen, diverse Brotsorten, Müsli, selbst gemachter Bergkäse, luftgetrocknete Salami und Kaffee aus einer italienischen Gastromaschiene. Derart gestärkt, sausen anschliessend alle mit den Holzschlitten über den Serpentinenweg nach Sur ins Tal hinab. Per Auto geht es ein paar Kilometer zum Marmorera-Staudamm. Von dort starten sie hinauf zum 2440 m hohen Muttans. Erst fädeln sie im engen Zickzack durch einen Waldgürtel, dann über ein, zwei Stufen hinauf.

Die innere Mongolei...
Beim Gehen versinkt jeder in einen individuellen Rhythmus, sinniert, hängt den Gedanken nach. In den Köpfen: Eine weite, ruhige Landschaft – die innere Mongolei... Oberhalb der Baumgrenze weichen sie auf einen Rücken aus, traversieren einen Steilhang und wenden sich nach einem Tälchen auf eine kleine runde Bergkuppe. Von dem Hubel überblicken sie die gesamte Alp Flix. Etwas trinken, etwas essen – Znünisäckli raus. Ein kurzes Schläfchen in der Sonne, niemand spricht. Rundherum gleisst alles in Weiss. Dann geht es in rasantem Tempo wieder hinunter, in langen Ausfallschritten fliegen sie die Tiefschneehänge hinab, jubelnd und jauchzend. Viel zu schnell stehen sie wieder am Staudamm, vor dem sich die dicken Eisschollen des Sees wie gehobelte Mandeln auf einem Kuchen schichten. Zurück in Sur holt Alfons die Gruppe per Motorschlitten ab. Mit Karacho fetzen sie die Serpentinen hinauf – sie wollen ja nicht zu spät zum Nachtessen kommen, denn es gibt Raclette. Der Walliser Tischgrill schmilzt den Käse an, bis er bräunt und Blasen wirft. Mit Kartoffeln, Cornichons, Mais, Tomaten und Silberzwiebeln wird ein köstliches Mahl daraus.

Als sie nach einem langen und fröhlichen Hüttenabend in ihre Jurten stapfen, zieht sich der Himmel zu. Diffuses Morgenlicht lässt die Gipfel nur erahnen. Trotzdem stehen sie wieder hoch motiviert vor Benedikt Schlange, damit er wie immer vor dem Abmarsch die LVS-Geräte checken kann. Dann spurt der Bergführer nach Süden in Richtung Kanonensattel, vorbei am Berghaus Platta, auf einen felsigen Rücken zu. Im Norden verfärbt sich der tief hängende Himmel dunkelgrau. Benedikt mahnt zur Eile. Sie spurten an der Felsnase vorbei, dann in weitem Bogen durch das kleine Val da Natons und über eine Felsrampe höher. Von dort oben entdecken sie den Stausee tief zu ihren Füssen.

Als sie nach der Pause die Thermoskannen wieder einpacken, treffen weitere Tourengeher am Pausenplatz ein. Es ist ein ganzer Trupp von jungen Frauen, die auf deinem Höhenweg das gesamte Tal bis zum südlichen Julierpass durchwandern. Ein toller Plan, finden auch die Transianer. Wehmütig ziehen sie die Rucksäcke an und treten den Heimweg an - mit einem Versprechen: "Wir kommen wieder!"