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Biken im Winter

Velofahren hält fit, schont die Umwelt und macht Spass. Doch wie siehts aus bei Regen, Wind und Kälte? Transa Experte Manuel Maier verrät, warum das Velo selbst im tiefsten Winter nicht im Keller bleiben muss.

+Fahrer
+Bekleidung

Das Thema Sicherheit spielt gerade bei dieser dunklen Jahreszeit eine grosse Rolle: Wenn es spät hell und früh wieder dunkel wird, ist es extrem wichtig, dass der Velofahrer alles sieht und selbst gut sichtbar ist. Deshalb sind möglichst auffällige Farben zu empfehlen, die zusätzlich mit möglichst vielen und grossen reflektierenden Applikationen versehen sind. Auch Warnwesten oder leuchtfarbige Bekleidung erfüllen ihren Zweck.

Bei der Bekleidung gilt es zu beachten, dass die spezielle Bike-Bekleidung den Anforderungen entsprechend geschnitten ist: Die Jacken sind an den Armen und am Gesäss länger, dafür im Bauchbereich etwas kürzer. Auch die Hosen sind hinten am Bund höher gezogen und an den Knöcheln eng anliegend, damit sie nicht in die Kette geraten. Ein körpernaher Schnitt, um dem Fahrtwind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und die Atmungsaktivität zu erhöhen. Und dank der vorgeformten Arm- und Beinpartie hat man trotzdem genug Bewegungsfreiheit. Auf keinen Fall sollte auf einen zuverlässigen Wetterschutz verzichtet werden: Obwohl die Regenjacke nicht ganz so angenehm zum Tragen ist wie eine wind- und wasserabweisende Softshell-Jacke, wirst du bei Dauerregen nicht nass.

Bei kühlem und nassen Wetter empfiehlt sich gerade bei längeren Touren das Schichtenprinzip: Bei Uphills zieht man nur die Regenjacke über das Trickot, während der Pause und der Abfahrt kann eine isolierende Schicht angezogen werden. So ist man für jede Temperaturlage bestens gerüstet.

+Ausrüstung von Kopf bis Fuss

Velohelm:
Die Kapuze trägt man in der Regel unter dem Helm, weil sie zum Drüber ziehen zu eng ist und die Bewegungsfreiheit des Kopfs stark einschränkt. Die bessere Lösung für kurze Fahrten ist ein wasserdichter Helmüberzug: Er gewährt dir freien Rundumblick, raschelt nicht und lässt noch Luft an Kopf und Nacken. Solche Überzieher gibt es mit grossen Reflektoren für noch bessere Sichtbarkeit. Allerdings braucht es beim Helmcover eine Jacke mit eng anliegendem und hoch gezogenem Kragen, damit kein Regen reinläuft.
Wenn es draussen kühl wird, empfiehlt sich zudem ein winddichtes Stirnband oder eine dünne Unterziehmütze, das hält die Ohren warm. Speziell für den Winter gibt es auch Helme mit einclipbarem Futter. Normale Winterkappen sind zu dick, um unter dem Helm getragen zu werden. Der Helm würde dadurch zu hoch sitzen und zu wenig Schutz bieten.


Brille:
Ebenso sinnvoll ist eine gute Brille mit klaren Gläsern oder ein Velohelm mit Visier: Deine Augen tränen nicht so stark, sind vor Schmutz geschützt und du hast keine Seheinschränkungen.


Handschuhe:
Voll dem Fahrtwind ausgesetzt sind beim Velofahren die Hände. Daher ist es wichtig, ordentliche Handschuhe zu tragen. Es gilt aber du beachten, dass diese nicht zu dick sein dürfen, so dass keine Probleme bei der Bedienung der Schaltung oder Bremse entstehen.

Wichtig: Nur Velohandschuhe bieten durch ihren spezifischen Schnitt genügend Isolation beim Festhalten eines Lenkers.


Füsse:
Nebst der Bekleidung gibt es bei diesem nassen Wetter noch weitere Tipps und Tricks. Wichtig sind z.B. auch die Füsse: Fährst du mit dem Velo zur Arbeit oder zum Einkaufen, empfehlen sich Gamaschen. Sie halten auf kurzen Strecken die Füsse auch bei Regen und Minustemperaturen trocken und warm. Bei einer Veloreise sind wasserdichte, knöchelhohe Veloschuhe wegen des Klicksystems vorteilhaft.

+Bike
+Beleuchtung

In der Schweiz werden die Beleuchtungsvorschriften relativ liberal gehandhabt: Das Velo muss nach vorne über einen weissen, nach hinten über einen roten, nicht blinkenden Scheinwerfer verfügen. Diese Lichter müssen nachts bei guter Witterung auf 100 m sichtbar und können fest angebracht oder abnehmbar sein. Einen guten Scheinwerfer zeichnet die Wasserdichtigkeit und Kälteunempfindlichkeit aus. Zudem darf er auf keinen Fall andere Verkehrsteilnehmer blenden und im Idealfall ist er auch von der Seite sichtbar. Ansonsten ist wichtig, dass die Scheinwerfer richtig montiert sind und der Akkustand regelmässig kontrolliert wird.

Gerade bei früher Dunkelheit gilt: Je auffälliger desto sicherer bist du unterwegs. Zusätzlich zur obligatorischen Beleuchtung gibt es kleine Leuchten mit einer Klettbefestigung, die man oben auf dem Helm platziert – sehr sinnvoll, weil sie so am höchsten Punkt angebracht sind. Für Touren ausserhalb der Stadt ist eine helle Helmlampe praktisch. So hat man dort Licht, wo man hinschaut und kann keine anderen Verkehrsteilnehmer blenden.

+Ausrüstung

Um dein Velo winterfest zu machen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einerseits gibt es spezielle Winterreifen, die aus einem weicheren Gummi bestehen, ein gröberes Profil und seitlich eine reflektierende Fläche haben. Bist du auch auf Schnee und Eis unterwegs, empfehlen sich Reifen mit Spikes, damit du in den Kurven nicht wegrutschst. Auch die Scheibenbremsen können mit Belägen nachgerüstet werden, die bei Nässe besonders gut greifen. Darüber hinaus gehören Schutzbleche ans Velo: Die halten das Spritzwasser vom Leib und ersparen eine Menge Putzarbeit.

+Pflege

Nässe, Salz und Eis greifen dein Velo schnell an, da ist regelmässige Pflege wichtig! Vor allem das Streusalz auf den Strassen ist Gift. Deshalb ist es wichtig, die beweglichen Teile und Kontaktflächen am Velo bereits im Herbst mit einem Kriech-Öl vorzubehandeln. Ganz wichtig: Nicht die Bremsen mit-ölen, sonst verlieren sie ihre Wirkung. An die Kette kommt ein spezielles Öl, das zäher ist und sich nicht so schnell verflüchtigt. Bei einer längeren Tour gehören übrigens kleinere Mengen der Pflegemittel ins Gepäck, denn auch hier kommst du nicht um die Pflege herum. Ansonsten sollte das Velo regelmässig, je nach Benutzung ruhig mehrmals im Monat, mit klarem Wasser abgespült, getrocknet und dann wieder neu gefettet und geölt werden.