Weitere Themen

Zulieferkette am Beispiel der Outdoor-Industrie

Hinter dem vermeintlich einfachen Begriff Zulieferkette verbirgt sich eine Vielzahl von Zwischenschritten auf den unterschiedlichsten Produktionsstufen.

Rohstoffgewinnung
Typische Rohstoffe in der Outdoor-Industrie sind für Bekleidung tierische Fasern wie Merinowolle und pflanzliche Fasern wie Baumwolle, Lyocell oder auch Bambus und Hanf. Hinzu kommen die synthetischen Fasern wie Polyester, die aus Erdöl gewonnen werden und aus denen sich hervorragend Rucksäcke, Schlafsäcke und Zelte anfertigen lassen. Bei Schuhen kommen vor allem synthetische Fasern und Leder zum Einsatz, sprich: tierische Produkte und Erdöl. In den Bereichen Outdoor-Küche, -Technik und Hartwaren braucht es vor allem Metalle, Kohle, Strom und auch hier wieder: Erdöl.

Fabrik
Im Vergleich zu anderen Branchen, etwa der klassischen Mode- und Textilindustrie, sind die Wege eines Produkts im Outdoor-Markt transparenter und entsprechend besser nachvollziehbar. Oftmals besitzen und betreiben Outdoor-Marken firmeneigene Fabriken. Das erleichtert ihnen nicht nur das Überwachen der einzelnen Schritte, sondern es herrscht auch Klarheit darüber, welche Teilschritte der Produktion an Externe weitergegeben werden und welche inhouse erledigt werden können.
Das Besitzen eigener Produktionsstätten hat noch andere Vorteile:

  • Erstens weiss die Manufaktur frühzeitig über das Auftragsvolumen Bescheid, kann somit Personal besser einplanen und Überstunden vermeiden.
  • Zweitens besteht weniger die Gefahr von Lohndumping durch die Vergabe eines Auftrags an einen Betrieb, der die Fertigung zum niedrigsten Preis anbieten kann.

Arbeiter
Das meiste Know-how über die Herstellung von qualitativ hochwertigen Outdoor-Stoffen liegt in Asien. Nicht nur die dazu notwendige Maschinerie, sondern vor allem auch die qualifizierten Arbeitskräfte, wie technische Näherinnen und Näher, finden sich mehrheitlich in Südostasien.

Obwohl der Arbeiter oder die Näherin massgeblich an der Wertschöpfung eines Produkts beteiligt ist und das Handwerk wie kein zweiter versteht, sind die Löhne in der Industrie extrem niedrig.

Leider ist für den durchschnittlichen Konsumenten in Europa oder auch in den USA die hohe Qualität eines Produkts selbstverständlich, und er ist nur bedingt dazu bereit, einen angemessenen Preis dafür zu zahlen. Es lässt sich klar sagen, dass die handgefertigten Schritte in einer Zulieferkette jeweils die kritischsten Stellen sind, was Fairness bei den Anstellungsbedingungen und Löhnen angeht.

Agent
Die Zwischenhändler, auch Agenten genannt, handeln mit Produktteilen oder mit den verschiedenen Vorstufen eines Produktes. Je mehr Produktionsschritte ein Produkt benötigt und je mehr Einzelteile es beinhaltet, umso mehr Zwischenhändler sind beteiligt. Mit jedem für ein Produkt benötigten Stoff, Garn, Knopf, Metallteil, mit jeder Naht, jedem Muster oder jeder Färbung wird die Zulieferkette also komplexer.

Transport
Mit Abstand die meisten Produkte der Outdoor-Industrie werden im asiatischen Raum hergestellt. Nicht nur wegen der niedrigen Produktionskosten greifen die Marken auf dortige Produktionsstätten zurück, sondern auch aufgrund des jahrelang gepflegten Know-hows. Entsprechend lang sind jedoch die Transportwege. Um die Kosten niedrig zu halten, setzen die meisten Firmen auf Hochseetransporte.
Da es leider keine wirklich nachhaltige Transportmethode gibt, wählen wir zunehmend Produkte aus europäischer Produktion, natürlich immer vorausgesetzt, dass die Qualität stimmt und die Arbeiter/innen auch fair entlöhnt und behandelt werden.

Marke
Wie es um die Produktionsbedingungen unserer Marken steht, können wir nicht pauschal beantworten. Leider erfahren wir nicht von allen Marken gleich viel über deren Produktionsbedingungen und Zulieferketten. Hinzu kommt, dass jede Marke den Fokus auf einen anderen Bereich legt: Die eine ist stark bezüglich Bio-Baumwolle, die andere setzt auf Recycling-Polyester. Es gibt unzählige verschiedene Ansätze zu einer nachhaltigeren Produktion, doch kaum einer erfüllt diesen Anspruch zu 100 Prozent. Wir versuchen, dir mithilfe einer Datenbank, nämlich unseren Markenseiten, einen Überblick zu verschaffen.

Detailhandel
Zwar liegt es nicht in unserer Macht, die Zulieferkette unserer Marken aktiv zu beeinflussen, jedoch nimmt Transa als Detailhändlerin eine Schlüsselposition zwischen Produzent und Konsument ein. Diese verantwortungsvolle Aufgabe besteht in erster Linie darin, Transparenz zu schaffen und dem Kunden ein Sortiment an nachhaltigen Produkten zu offerieren.

Konsument
Nun liegt es an dir, dem Endkunden, nachhaltige Kaufentscheide zu treffen und somit die Nachfrage zu schaffen. Denn wenn ein Detailhändler zwar nachhaltig einkauft, die Produkte aber mangels Kundenbedürfnis nicht verkauft, kann er nicht rentabel arbeiten und wird in Zukunft weniger auf nachhaltige Ware setzen.

End-of-Life
Im besten Fall übernimmt ein Hersteller Mitverantwortung, indem er sicherstellt, dass das Leben eines von ihm produzierten Produkts ein nachhaltiges Ende nimmt. Anders als in anderen Branchen wird Herstellern von Outdoor-Ausrüstung nicht gesetzlich verordnet, kaputte und ausgediente Ware zurückzunehmen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Endkonsumenten sensibilisiert werden und lernen, wie sie ein Produkt richtig pflegen, um dessen Lebensdauer zu verlängern, und wie sie es bei irreparablen Defekten entsorgen respektive recyceln.

» nachhaltige Nutzung deiner Produkte