Icebreaker

Das 1994 gegründete Unternehmen Icebreaker mit Sitz im neuseeländischen Wellington hat eine ganz neue Kleidungskategorie geschaffen: Outdoor-Kleidung aus Merinowolle. Mittlerweile ist Icebreaker der weltweit führende Hersteller von Sport- und Freizeitbekleidung aus Merinowolle. Die handverlesene Merinowolle, die direkt aus den Neuseeländischen Alpen bezogen wird, wird unter Berücksichtigung ethischer und umweltfreundlicher Grundsätze der besten technologischen Verarbeitung unterzogen und so in ein hochwertiges Icebreaker-Produkt verwandelt.

Ins Leben gerufen wurde das Unternehmen von Jeremy Moon, der damals in Kontakt mit einem Merinoschaf-Farmer namens Brian Brackenridge kam. Brian präsentierte ihm damals einen ersten Proto-Typ eines Thermo-T-Shirts aus 100 Prozent Merinowolle. Der Grundstein für das Unternehmen Icebreaker war gelegt und Jeremy war hin und weg von der Haptik, dem Aussehen und der Beständigkeit der reinen Naturfaser. Im Alter von 24 Jahren und mit einem abgeschlossenen Marketingstudium in der Tasche ging es ihm zunächst ausschliesslich darum, so viel von dem Prototypstoff zu verkaufen, dass er mit dem Verdienten seine Freundin in den USA besuchen konnte. Seitdem hat er seine Freundin nie wieder gesehen und sie wegen eines Schafs beziehungsweise wegen einer ganzen Schafsherde versetzt. Mit der Einrichtung eines ersten Büros im Schlafzimmer folgte die Aufstellung eines ausgeklügelten Business Plans, der zum Ziel hatte, als Erster ein Mehrschichtensystem aus Merinowolle für den Outdoorbereich zu entwickeln und die Produkte weltweit zu verkaufen. Aber die Anfangszeit gestaltete sich steinig, denn Merino wollten die Einkäufer zu diesem Zeitpunkt nicht mal geschenkt bekommen haben. Hinzu kommt, dass die meiste Outdoor -Kleidung aus Synthetik war und Merino sich noch gar nicht etabliert hatte. Und das obwohl Merinowolle die wichtigsten Vorteile von synthetischen Stoffen (pflegeleicht, leicht, schnell trocknend) mit den natürlichen Vorteilen von Wolle (warm, atmungsaktiv, geruchshemmend, biologisch abbaubar) kombiniert.

Nichts desto trotz bemühte sich Jeremy Moon weiterhin um Investoren und blieb hartnäckig. Dann kam Sir Peter Blake ins Spiel. Der neuseeländische Segelheld trug auf seiner Rekord-Weltumsegelung 40 Tage und Nächte lang ein Oberteil und Leggings, die aus dem Icebreaker-Prototyp gefertigt waren. Er war begeistert von dem Stoff. Mit seiner (kostenlosen) Fürsprache im Rücken ging Jeremy auf Risiko und investierte sein gesamtes Vermögen in Icebreaker. Aber das war nicht genug. Jeremy rang seiner Bank einen Kredit über 20.000 Neuseeland-Dollar ab – „für eine neue Küche“. Als dann noch acht grosszügige und optimistische Investoren jeweils 25.000 Neuseeland-Dollar dazu schossen, war genug beisammen. (Zwei davon, Peter Travers und Noel Todd, sind noch heute dabei.).
Heute ist Icebreaker mittlerweile das weltweit grösste Unternehmen, das funktionelle Kleidung aus Merinowolle herstellt. Das Bekleidungssystem umfasst Unterwäsche, Mittelschichten, Aussenschichten, Socken und Zubehör für Herren, Frauen und Kinder. Produkte des Unternehmens werden in mehr als 3.000 Läden in 37 Ländern verkauft. Zudem setzt sich das Unternehmen für Nachhaltigkeit, ethische Produktion, Lieferkettentransparenz und Tierschutz ein.

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