Probieren geht über studieren

28. April 2022

Ist der Rucksack bequem? Zwickt der Schuh? Ist die Isomatte dick genug? Passen die Bikepacking-Taschen an mein Velo? All das und vieles mehr kannst du in Transa Filialen ausprobieren. Hier erklären fünf Verkaufsberater und -beraterinnen, worauf es beim Ausprobieren ankommt.

Fotos: Moritz Schäfer & Raphael Zeller

Redaktor, 4-Seasons Magazin
Kauft lieber keine Katz im (Ruck)sack

Eins: Bikepacking

Seit Mitte letzten Jahres gibt es in den Filialen Markthalle Bern und Zürich Europaallee unsere Bikepacking-Stationen. Dort kannst du dein eigenes Bike mit den Packtaschen von verschiedenen Herstellern Probe packen – und eine Testfahrt ums Haus machen. Wir stellen dir die Taschen und das Probe-Gepäck (Schuhe, Gaskocher, Zelt usw.) zur Verfügung. Du kannst aber natürlich auch dein eigenes Gepäck mitbringen.

Rahmengrösse, Geometrie, Lenker, Velotyp – all diese Faktoren haben Einfluss darauf, welche Taschen mit welchem Volumen an deinen Rahmen passen. Ausserdem helfen wir dir in der Beratung dabei herauszufinden, wie viel Volumen du für dein geplantes Abenteuer überhaupt brauchst. Denn oft wird unterschätzt, wie stark sich das Fahrverhalten des Velos verändert, sobald es voll bepackt ist. Eine schwere Lenkertasche hat zum Beispiel starken Einfluss auf das Lenkverhalten.

Über die Suche nach dem passenden Gesamtvolumen hinaus kannst du testen, ob deine gewohnten Anbauteile (Licht, GPS-Gerät, Bidonhalter usw.) Platz haben, ob sich deine absenkbare Sattelstütze weiterhin benutzen lässt und ob die Taschen genug Raum zum Pedalieren lassen.
Übrigens: Auch Gaskocher, Wasserfilter, Lampen etc. kannst du bei uns in den Filialen ausprobieren

Andy, Filiale Markthalle Bern

Zwei: Klettern

Vor allem Fussform, Niveau, Einsatzbereich und persönliche Präferenzen spielen bei der Suche nach passenden Kletterfinken eine wichtige Rolle. Du solltest dir Zeit nehmen beim Anprobieren und dich beraten lassen und darauf achten, dass du dich im Kletterfinken wohlfühlst. An der Kletterwand bei uns in der Filiale kannst du verschiedene Modelle ausführlich ausprobieren.

Bei der Fussform wird oft zwischen drei Typen unterschieden: griechisch, ägyptisch und römisch. Eine griechische Fussform bedeutet, dass dein zweiter Zeh grösser ist als der grosse Zeh. Bei der ägyptischen Form verlaufen deine Zehen wie eine Treppe abfallend und bei der römischen sind alle Zehen etwa gleich lang. Deine Fussform bietet einen ersten Anhaltspunkt für unterschiedliche Marken und Modelle. 

Neulinge fühlen sich in flacheren Schuhen oft wohler. Sie liegen zwar satt an, sind aber dank Polsterung und sehr wenig Vorspannung bequem. Hier empfiehlt sich, etwa eine halbe Grösse kleiner als die übliche Schuhgrösse zu wählen. An der Achillessehne sollten keine Druckstellen entstehen.

Mit mehr Übung kommen grössere Herausforderungen: Irgendwann stehst du an einem steilen Aufstieg, schaust ins Dach und merkst: Da komme ich mit diesem Schuh nicht hoch. Dann kann ein Finken mit mehr Vorspannung und Downturn deine Performance unterstützen.

Drei: Rucksack

Egal welches Modell und welcher Typ – in den Transa Filialen kannst du alle Rucksäcke mit einem realistischen Gewicht befüllt ausprobieren. Diese Anprobe ist unerlässlich, denn unbeladen kann man unmöglich beurteilen, ob der Rucksack wirklich passt. Bei Rucksäcken ist es wie bei Schuhen: Um auf Dauer bequem zu sein, müssen sie perfekt zu deiner Anatomie (Rückenlänge, Schulterbreite usw.) passen. Viele Kunden und Kundinnen legen Wert auf ein geringes Eigengewicht des Rucksacks, meiner Erfahrung nach ist es aber viel wichtiger, zunächst die ideale Passform zu finden.

So setzt du den Rucksack richtig auf: Zuerst wird der Hüftgurt festgezogen, damit möglichst viel Gewicht auf der Hüfte sitzt. Dann werden die Schultergurte festgezogen. Erst dann wird der Rucksack mithilfe der Lastkontrollriemen an den Rücken gezogen. Das Gewicht sollte am Ende möglichst nah am Rücken anliegen.
Neben der Passform ist das richtige Volumen entscheidend. Wir helfen dir, die richtige Grösse für dein Vorhaben zu finden. Du kannst dafür gerne deine Ausrüstung (Schlafsack, Isomatte usw.) mitbringen – wir zeigen dir dann auch gleich, wie du den Rucksack am besten packst.

Dave, Filiale Zürich Europaallee

Vier: Schlafen

Egal ob Bikepacking, Rucksack-Trekking oder mehrtägige Kanutour – die Übernachtung im Zelt ist ein zentraler Bestandteil vieler Outdoor-Abenteuer. Bei uns in den Filialen kannst du viele verschiedene Schlafsäcke und Isomatten Probe liegen – wahlweise auf einer Testfläche oder gleich im Zelt deiner Wahl, das wir für dich aufbauen. Neben den «harten Fakten» wie Gewicht, Packmass und der Isolation (R-Wert bei den Isomatten, passende Komforttemperatur bei den Schlafsäcken) spielen beim Schlafen auch subjektive Faktoren eine wichtige Rolle. Das wichtigste Kriterium ist, dass die Ausrüstung perfekt zu deinen Bedürfnissen passt und dass du dich darin wohlfühlst.

Wir zeigen dir, wie du das Zelt richtig auf- und abbaust. Danach kannst du dir ein Bild von der benötigten Stellfläche und vom Raumgefühl im Innenzelt machen. Beim Schlafsack und bei der Isomatte sind die Bedürfnisse individuell: Seitenschläfer finden oft eine andere Matte bequem als Bauch- oder Rückenschläfer. Einige Isomatten verursachen teils Geräusche, wenn man sich umdreht – nach dem Ausprobieren kannst du besser einschätzen, ob dich diese Geräusche stören. Ausserdem kannst du vor Ort herausfinden, wie eng der Schlafsack für dich sein darf, welche Kapuze gut für dich ist, ob dir die Haptik des Materials zusagt und ob du den Reissverschluss lieber links oder rechts haben möchtest.

Fünf: Schuhe

Nur durch den Vergleich verschiedener Modelle (Leistenformen) ist es möglich, den am besten passenden Schuh zu finden. Auf der Teststrecke in unserer Filiale geht es darum, die Stabilität zwischen Schuhtypen anzuschauen und die Rutschbewegung im Schuh – die übrigens nur bedingt durch stärkeres Schnüren verhindert werden kann/soll – zu erfahren. Dabei sollte der längste Zeh (nicht immer der grösste) keinen Kontakt mit dem Abschluss des Schuhs haben. Durch das Ausprobieren in der Filiale lässt sich fast gänzlich ausschliessen, dass du einen zu kleinen Schuh kaufst – was aus meiner Sicht einer der häufigsten Fehler beim Schuhkauf ist.

In der Beratung geht es zunächst darum, die Grundform der verschiedenen Modelle zu vergleichen. Der Fersenhalt (möglichst wenig Hebebewegung in der Ferse) und die Vorfussbreite (anliegend, aber nicht eng) spielen im ersten Moment die wichtigste Rolle. 
Schuhe sollte man auf keinen Fall unter Zeitdruck kaufen. Zu kurzfristig einen neuen Schuh zu kaufen ist auch nicht ideal: Schuhe sollten eingelaufen werden – unsere grobe Empfehlung sind acht Stunden in kleineren Intervallen.

Andy, Filiale Zürich Europaallee

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