Jonas Näf
Ein Brandloch im Fleece, ein Riss in der Isolationsjacke, eine Schramme in der Regenhose: Auf Reisen oder mehrtägigen Trekkings müssen Löcher und andere Defekte unkompliziert unterwegs geflickt werden können. Tobias von der Reparatur-Werkstatt gibt einige Tipps, wie das geht.
Löcher stopfen, einen Knopf annähen oder eine Regenjacke neu imprägnieren: Das geht alles zuhause oder in der Transa Reparatur-Werkstatt. Auf langen Reisen oder Trekkings muss aber häufig eine schnelle Lösung her, für langes Warten ist keine Zeit und eine Reparatur-Werkstatt lässt sich auch nicht hinter jeder Kurve finden. Deshalb verrät dir Tobias von der Transa Reparatur-Werkstatt, wie du unterwegs mit einfachen Mitteln deine Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung reparieren kannst. Meistens ersetzt das keine professionelle Reparatur, reicht aber, um dein Abenteuer fortzusetzen.
An einem abgebrochenen Ast hängengeblieben oder einen Funken aus dem Feuer erwischt, und schon quillt das Füllmaterial aus der Jacke oder die Regenjacke hat einen Riss. So reparierst du deine Jacke schnell und unkompliziert:
Stopfe das Füllmaterial zurück in die Kammer. Am besten geht das mit einem stumpfen Gegenstand, beispielsweise einem Kugelschreiber.
Bei einem Brandloch: Schneide die verbrannten Ränder des Lochs weg, bis du eine saubere Oberfläche hast.
Reinige die Stelle rund um das Loch / den Riss. Für möglichst gutes Haften sollten keine Fettrückstände deiner Haut oder Verunreinigungen wie Staub auf der Jacke sein. Lass alles gut trocknen.
Nimm Mass und schneide den Patch entsprechend zu. Dieser sollte etwa einen Zentimeter grösser sein als die beschädigte Stelle. Runde die Ecken ab, damit der Patch möglichst lange klebt.
Zieh die Schutzfolie des Patches ab und klebe ihn auf die defekte Stelle. Reibe den Patch ein wenig fest und lege die Hand darauf: Die Wärme sorgt dafür, dass der Leim sich gut mit dem Gewebe verbindet. Wenn du deine Jacke zuhause flickst, kannst du zusätzlich über den Patch bügeln. Lege dafür unbedingt ein Stück Stoff zwischen Patch und Bügeleisen. Beachte zudem unbedingt die Angaben für den Patch und die Temperaturangaben auf der Pflegeetikette der Jacke: Zu heisse Temperaturen können Patch wie Jacke beschädigen.
Es passiert selten, aber wenn ein Zeltgestänge bricht, sollte es möglichst schnell repariert werden. Ansonsten kann es passieren, dass sich die Abbruchstelle durch den Gestängekanal sticht und das Zelt zusätzlich beschädigt. Am einfachsten lässt sich das Gestänge mit einer Reparaturhülse reparieren. Diese schiebst du einfach bis zur gebrochenen Stelle. Fixiere die Hülse anschliessend mit Panzertape, damit sie nicht verrutscht.
Fleece besteht häufig aus Polyesterfasern. Bei Brandlöchern verschmelzen die Ränder des Lochs durch die Hitze. Dadurch reisst das Brandloch zwar nicht weiter ein, flicken ist aber trotzdem nötig.
Bei einem kleinen Loch: Schneide die verbrannten Ränder vorsichtig weg. Achte darauf, nur so viel wie nötig abzuschneiden. Dann gibt es zwei Varianten: Nähe das Loch entweder mit Nadel und Faden zu oder, bei einer glatten Innenseite, schliesse das Loch mit einem Textilpatch.
Bei einem grossen Loch: Hier ist eine aufwändigere Reparatur mit einem Stoffflicken nötig. Behelfsmässig tut es unterwegs ein von Hand aufgenähtes Stück Stoff.
Nähte von Zelten, Regenjacken und -hosen sind häufig wasserdicht verklebt oder mit einer Polyurethan(PU)-Beschichtung wasserdicht gemacht. Beides kann sich mit den Jahren, bei intensiver Nutzung oder falscher Pflege lösen. Mit flüssigem PU machst du die Nähte ganz einfach wieder wasserdicht.
Tipp: Falls sich das PU nach dem Trocknen klebrig anfühlt, gib etwas Babypuder drauf.
Es ist wichtig, Schäden frühzeitig zu erkennen. Kleine Löcher und Risse lassen sich einfacher flicken als grosse. Es lohnt sich deshalb, deine Bekleidung und Ausrüstung regelmässig auf Defekte zu prüfen. Schau dabei besonders stark beanspruchte Stellen wie Ellbogen, Knie oder Taschen genau an.
Mit selbstklebenden Patches oder Flicken und passendem Leim lässt sich vieles reparieren. Sie sind einfach anzubringen und halten gut. Im Notfall hilft oft auch Panzertape. Nach einigen Tagen lässt sich dieses auf den meisten Materialien für eine professionelle Reparatur meistens gut wieder entfernen. Je länger es klebt, desto wahrscheinlicher sind Klebrückstände, oder beim Abziehen wird das darunterliegende Material weiter beschädigt – vor allem bei Daune.
Für grössere Schäden oder bei Löchern in Baumwollstoffen brauchst du Nähzeug. Achte darauf, dass du einen robusten Faden dabeihast.
Knöpfe ersetzen: Einen Ersatzknopf findest du häufig beim Pflegeetikett oder zuunterst an der Knopfleiste. Wenn du keinen Ersatzknopf findest – vielleicht lässt sich einer schnitzen? Oder du nutzt eine Sicherheitsnadel, diese sind häufig in Nähsets enthalten.
Für alle kleinen Reparaturen unterwegs: Gewebeklebeband.
(Mit der TransaCard immer kostenlos)