Archiv Royal Robbins
Die Marke Royal Robbins strebt danach, nur minimale Spuren in der Umwelt zu hinterlassen. Unter anderem machen sie das mit stichfester Kleidung, die ganz ohne Chemie vor Moskitos schützt.
Klein, aber unendlich lästig – und in gewissen Breiten als Krankheitsüberträger gefährlich: Mücken haben das Potenzial, einen schönen Sommerabend und sogar die ganzen Ferien zu ruinieren. Was dagegen hilft? Seit dem Frühling 2025 gibt es eine Option, die ohne Chemikalien im Gewebe auskommt: die Mückenschutzkleidung der US-amerikanischen Outdoor-Marke Royal Robbins. «Mosquito Protection Technology» (MPT) ist so dicht gewebt, dass Mücken es nicht schaffen, hindurchzustechen. So kommen die Funktionshemden und Outdoor-Hosen ganz ohne chemische Zusätze und Biozide aus.
Ein gewagter Schritt für ein Unternehmen, das jahrelang gute Umsätze mit permethrinbehandelter Bekleidung erzielte. CEO Erik Burbank kam 2023 ins Unternehmen – und verbannte als erste Amtshandlung das schädliche Insektizid aus der Produktion. «Studien haben gezeigt, dass Permethrin eine hohe Toxizität für Wasserlebewesen und Bestäuber aufweist und potenzielle Risiken für die menschliche Gesundheit birgt. Das konnten und wollten wir nicht ignorieren. Also haben wir sofort an einer besseren Lösung geforscht. MPT bietet einen mindestens gleichwertigen Mückenschutz, hat kein Ablaufdatum, schützt gleichzeitig vor UV-Strahlung und nimmt Rücksicht auf Mensch und Natur.»
In Kooperation mit der Firma Vector Textiles – auf Entwicklung und Prüfung chemikalienfreier Textilien spezialisiert – wurde MPT im Labor getestet. Zudem führten die Mitarbeitenden von Royal Robbins Selbstversuche in der Natur durch. Ihr Ergebnis: MPT verhindert 92 Prozent der Mückenstiche. Vom Verzicht auf chemische Ausrüstung profitieren Nutzende wie Umwelt, die nicht mehr mit Chemie in Kontakt kommen und so belastet werden könnten. Ausserdem bleibt der Schutz für die gesamte Nutzungsdauer der formstabilen Kleidungsstücke aktiv, da er nicht ausgewaschen werden kann. Und: Obwohl es so dicht gewebt ist, ist MPT leicht und atmungsaktiv und somit in warm-feuchter Umgebung, wo Mücken besonders häufig vorkommen, angenehm zu tragen.
Der saubere Ansatz von MPT passt perfekt zur Philosophie der Marke für «Abenteurer:innen und Reisende mit kleinem Gepäck», deren Gründerpaar Royal und Liz Robbins überzeugte Anhänger des «Clean Climbing» waren. Royal Robbins machte in den 1950er- und 1960er-Jahren mit verschiedenen (Erst-)Begehungen unter anderem an El Capitan und Half Dome im Yosemite auf sich aufmerksam. Dabei achtete er darauf, möglichst wenig Spuren in der Natur zu hinterlassen, verwendete keine Schlaghaken, sondern Klemmkeile. Er und Liz Burkner lernten sich beim Klettern kennen. Schnell wurden sie Seil-, Ehe- und sogar Geschäftspartner.
Die Idee für ihre gemeinsame Firma kam ihnen, wie könnte es anders sein, bei einem Kletterausflug. Zum zehnjährigen Jubiläum von Royals Erstbegehung der Nordwestwand des Half Dome, der ersten Route in den USA im Schwierigkeitsgrad VI, kletterte das Paar die Tour 1967 gemeinsam. Liz gelang damit als erster Frau die Begehung des Half Dome und eine Route dieser Schwierigkeit. Ein anschliessend aufgenommenes Foto zeigt das Paar in abgeschnittenen Jeans und ausgeblichenen T-Shirts – und inspirierte die beiden zur Gründung ihrer Marke. Der Fokus auf robuste, funktionelle und zugleich gutaussehende Kletterkleidung war ein Novum.
Royal und Liz importierten zunächst Kleidung und Ausrüstung in die USA. Allerdings schien es die perfekte Kletterhose einfach nicht zu geben. Also entwarf Liz als Neueinsteigerin auf diesem Gebiet selbst eine, unterstützt von ihrer Freundin Susie Tompkins, Mitgründerin der Marken Esprit und The North Face. Die inzwischen legendäre «Billy Goat» ermöglichte die lang ersehnte Bewegungsfreiheit – und bestand im Gegensatz zu anderer Sportkleidung nicht aus reinem Polyester, sondern aus hochwertigen Naturfasern. Das war den Outdoor-Menschen Liz und Royal genauso wichtig wie Funktion und Aussehen.
Der persönliche Lebensstil und die Überzeugungen des Paares prägten die Ausrichtung ihrer Firma, vor allem die Liebe zur Natur und zum Draussensein. Von ihren Abenteuerreisen in die ganze Welt brachten sie Ideen und Inspiration mit. «Liz und Royal haben sich nie mit dem Status quo zufriedengegeben. Sie waren ständig auf der Suche nach neuen, besseren Lösungen. Diesem Erbe fühlen wir uns bis heute verpflichtet», so CEO Burbank über die aktuelle Ausrichtung von Royal Robbins.
«Alles, was wir schaffen, entsteht zuerst im Kopf. Jedem Erfolg geht ein Traum voraus.»
2000 verkauften Liz und Royal ihre Firma. Ihre Vision von ästhetischer, strapazierfähiger und funktionaler Outdoor- und Reisekleidung, die Natur und Umwelt möglichst wenig belastet, prägt die Marke Royal Robbins weiter. Zu den ehrgeizigen Nachhaltigkeitsbemühungen gehören neben der Einsparung und Kompensation von CO2-Emissionen der Schutz der Angestellten – insbesondere in der Produktion – und die sorgfältige Auswahl von Rohstoffen. So setzen viele der multifunktionalen, zeitlosen Designs auf Naturfasern wie Wolle, Baumwolle und Hanf oder auf biobasierte Materialien wie Sorona (Maisbasis) und Modal (Zellulose aus Buchenholz). Die Wolle stammt seit Ende 2024 komplett aus RWS-zertifizierter Produktion. Der Responsible Wool Standard garantiert, dass die Schafe artgerecht gehalten und die Weideflächen verantwortungsbewusst und nachhaltig bewirtschaftet werden. Das Holz für die Modal-Herstellung stammt aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Weitere Strategien sind der Einsatz von Recycling-Kunstfasern und die Reduktion von Umweltgiften. Seit 2020 werden keine PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemikalien, mehr eingesetzt. 2025 lag der Recyclinganteil von Polyester bei 86 Prozent. Auch die biozidfreie MPT-Linie besteht aus recyceltem Polyamid beziehungsweise Polyester.
Der Moskitoschutz ganz ohne giftige Inhaltsstoffe ist für Royal Robbins ein Meilenstein auf einem langen und stetigen Weg in Richtung grösstmöglicher Nachhaltigkeit. Ganz nach dem Motto des 2017 verstorbenen Gründers: «Wenn ich nach einem langen Klettertag denke, ich kann nicht mehr, konzentriere ich mich auf den nächsten Meter. Dann auf den danach. Und schon bald bin ich am Ziel.»
(Mit der TransaCard immer kostenlos)