Ruedi Thomi
Wie viel kostet eine Nacht in einer SAC-Hütte? Was muss ich mitnehmen? Kann man in einer SAC-Hütte duschen? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen.
Ob als Zwischenstopp auf einer mehrtägigen Wanderung, als Ausgangspunkt für eine Hochtour oder einfach, um eine Nacht mitten in den Bergen zu erleben: SAC-Hütten bieten ein Dach über dem Kopf und, sofern sie bewartet sind, etwas Warmes zu essen. Wegen der Höhenlage und der Abgeschiedenheit gelten in Berghütten einige besondere Regeln. Hier findest du die wichtigsten Informationen für deine Übernachtung in einer SAC-Hütte.
Eine SAC-Hütte ist eine Berghütte des Schweizer Alpen-Clubs. Es gibt über 150 SAC-Hütten, verteilt im gesamten Alpengebiet der Schweiz. Auf Wanderungen, Hoch- oder Skitouren bieten sie eine gute Möglichkeit, um in den Bergen, häufig im hochalpinen Gelände, zu übernachten. Viele SAC-Hütten sind bewartet und bieten Halbpension an. Andere sind sogenannte Selbstversorgerhütten oder Biwaks und man muss sich selbst verpflegen. Alle SAC-Hütten haben zudem ganzjährig einen Schutzraum.
Es gibt weitere Berghütten, die nicht zum SAC gehören und privat betrieben werden. Viele von ihnen sind von Angebot und Komfort mit SAC-Hütten vergleichbar.
Wie viel kostet eine Nacht in einer SAC-Hütte?Eine Übernachtung kostet zwischen 25 und 50 Franken, mit Halbpension etwa rund 70 bis 100 Franken – je nach Hütte, Saison oder Mitgliedschaft im SAC. Zudem gibt es je nach Hütte unterschiedlich buchbare Zimmerkategorien, die entsprechend im Preis variieren. Einige Hütten bieten 4er- oder 6er-Zimmer, einige sogar Doppelzimmer, andere wiederum haben nur grosse Matratzenlager.
In unbewarteten SAC-Hütten oder Winterräumen kostet eine Nacht meistens weniger, rund 20 bis 35 Franken.
Ob Sommer oder Winter: Die Bezahlung findet vor Ort statt. Weil einige Hütten tief in den Bergen liegen und keinen oder nur sehr schwachen Empfang haben, sind Karten- oder Twintzahlung nicht immer möglich. Informiere dich vorab über die Zahlungsmöglichkeiten und nimm am besten Bargeld mit.
Deinen Schlafplatz reservierst du am einfachsten über das Reservationssystem hut-reservation.org. Über 220 Berghütten in der Schweiz nutzen dieses System, im ganzen Alpenraum sind über 500 Hütten angeschlossen.
Hochtouren – von leichten Anfängertouren bis zu anspruchsvollen Touren durch Schnee und Eis – kannst du unter anderem bei unserer Partnerbergschule Höhenfieber buchen. Auch Kletterkurse, Schnupperkurse fürs Bergsteigen oder Skitouren bietet Höhenfieber an.
Das Essen ist meistens einfach: Es gibt eine Suppe, einen Hauptgang und ein Dessert. Die Mahlzeiten kommen in Schüsseln auf den Tisch, alle schöpfen sich selbst. Meistens gibt es Nachschlag, sodass man auf keinen Fall hungrig ins Bett muss. Getränke werden separat abgerechnet, in vielen Hütten ist eine Flasche Hüttentee für den nächsten Tag im Preis der Halbpension inbegriffen. Das Frühstück ist in der Regel einfach, aber sättigend: Brot mit Butter, Konfi und vielleicht noch ein Birchermüesli. Viele bewartete Hütten bieten auch Mittagessen an und fast immer kannst du für den Folgetag ein Lunchpaket am Vorabend anmelden. Das beinhaltet meist ein Sandwich, einen Riegel und eine Frucht.
Lebensmittelallergien sollten bereits bei der Reservation angemeldet werden, ebenso bevorzugte Ernährungsweisen wie vegetarische oder vegane Menus. Viele SAC-Hütten bieten eine Alternative, manchmal ist aber auch Verständnis gefragt, dass auf mehreren tausend Metern über Meer nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann.
Auf unbewarteten Hütten bist du selbst für die Verpflegung zuständig und musst entsprechend alles mitnehmen.
Was muss ich auf eine SAC-Hütte alles mitnehmen?Für eine Übernachtung in einer SAC-Hütte brauchst du unbedingt einen Hüttenschlafsack. Dieser feine Seiden- oder Baumwollschlafsack ist aus hygienischen Gründen nötig – die Bettwäsche kann nicht nach jeder Übernachtung gewaschen werden. Wenn du keinen eigenen hast, kannst du einen Hüttenschlafsack bei vielen Hütten direkt mieten für eine kleine Gebühr von etwa 5 – 15 Franken. In den meisten Hütten werden Hüttenfinken zur Verfügung gestellt.
Was du zusätzlich zur Wanderausrüstung mitnehmen solltest:
Eine Stirnlampe ist vor allem hilfreich, wenn du nachts auf die Toilette musst und diese ausserhalb der Hütte ist.
Nimm einen Powerbank mit, wenn du dein digitales Gerät laden möchtest – die Stromversorgung in den Hütten ist nicht immer ausreichend dafür.
Ohrstöpsel helfen, trotz Matratzenlager oder Mehrbettzimmer einen ruhigen Schlaf zu haben.
Tipp für die Körperpflege: Auf SAC-Hütten gibt es nur sehr selten Duschen. Am einfachsten packst du deshalb einen Waschlappen ein, um dich nach dem anstrengenden Anstieg zu erfrischen.
Frische Wechselwäsche für den Abend und die Nacht ist empfehlenswert.
In den meisten SAC-Hütten gibt es keine Duschen, denn Wasser ist im Hochgebirge häufig knapp und die Abwasserreinigung aufwändig. Wenn es Duschen gibt, sind diese meist kostenpflichtig und die Dauer ist begrenzt. Für eine Übernachtung genügt oft ein Waschlappen. Eine einfache Waschmöglichkeit gibt es meistens, diese wird mit anderen Hüttengästen geteilt, genauso wie das WC. Dieses kann sich auch ausserhalb der Hütte befinden.
Habe ich in SAC-Hütten Handyempfang?In Bergregionen ist der Empfang meist nicht durchgehend und in vielen Hütten gibt es auch kein WLAN. Für dringende Fälle gibt es ein Hüttentelefon. Zudem ist es nicht selbstverständlich, dass du den Smartphoneakku laden kannst. Pack deshalb zur Sicherheit eine Powerbank ein.
Sind Hunde in SAC-Hütten erlaubt?Aufgrund der unterschiedlichen Platzverhältnisse in den Hütten gibt es dafür keine einheitliche Regelung. Am besten erkundigst du dich bereits bei der Reservation direkt bei der Hütte. Wenn Hunde erlaubt sind, schlafen sie meist draussen in einer Hundehütte oder in einem separaten Bereich.
Grundsätzlich ja, denn es gibt keinen Konsumationszwang. Aus Platzgründen ist das Kochen für Selbstversorger jedoch meist nicht möglich. Zudem leben die Hüttenteams häufig vor allem vom Verkauf von Getränken und Mahlzeiten.
Welches ist die höchste SAC-Hütte der Schweiz?Die höchstgelegene bewartete SAC-Hütte ist die Cabane de la Dent Blanche auf 3'507 Metern. Sie liegt in den Walliser Alpen und ist nur über einen langen und anspruchsvollen alpinen Zustieg erreichbar.
Die höchste privat geführte Hütte ist die Mönchsjochhütte auf 3'657 Metern Höhe in den Berner Alpen.
Kleine Hütten-Knigge – wie verhalten ich mich in einer Hütte?Gehe nicht mit deinen Bergschuhen in die Hütte. Tausche sie im Schuhraum gegen Hüttenfinken.
Rücksicht im Mehrbettzimmern oder Matratzenlager: Die vorgegebene Nachtruhe einhalten und wenn du nachts aufstehen musst, nutze deine Stirnlampe, nicht das Deckenlicht.
Nimm deinen eigenen Abfall wieder mit ins Tal. So entstehen fürs Hüttenteam keine zusätzlichen Aufwände für den Transport.
Geh sorgsam mit den Ressourcen vor Ort um, damit noch möglichst lange viele Leute eine schöne Übernachtung in den Bergen geniessen können.
Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem SAC. Prüfe mit ihrem Reality Check, ob du bereit bist für eine Übernachtung in einer Berghütte.
(Mit der TransaCard immer kostenlos)