Noah Leimgruber
Wann ist die beste Reisezeit für die Azoren und welches die schönste Insel? Wie ist das Klima und wie lange dauert der Flug auf die portugiesischen Inseln? Hier findest du Antworten und Reisetipps für deine Reise auf die Azoren.
Die Azoren bieten abwechslungsreiche Natur und sanften statt Massentourismus. Der Vulkan Pico, Kraterseen, eine reiche Pflanzenwelt, die grössten Meeressäugetiere vor der Haustür und sogar eine kleine Wüste: Die insgesamt neun Inseln des Archipels überraschen mit einer fast unglaublichen Vielfalt.
Die beste Reisezeit für die Azoren ist Juni bis September. Zu dieser Zeit ist das Wetter am stabilsten und die Temperatur liegt bei etwa 25 Grad. Auch in den anderen Monaten ist eine Reise auf die Azoren möglich, es ist kaum kälter als 15 Grad, das Klima gilt allgemein als mild. In der Nebensaison sind zudem meist weniger Tourist:innen unterwegs. Allerdings ist das Wetter in den Wintermonaten weniger beständig. Die Inseln liegen zum Teil weit auseinander, weshalb es unterschiedliche Klimata gibt und kein Wetterbericht für alle Inseln gilt.
Wie lange fliegt man auf die Azoren?Ab Zürich fliegt die Schweizer Fluggesellschaft Edelweiss in 4,5 Stunden auf die Hauptinsel São Miguel. In der Hochsaison bieten sie zudem Flüge nach Terceira an. Von dort sind die weiteren Inseln mit kleineren Propellerflugzeugen erreichbar. Von São Miguel auf der südöstlichen Inselgruppe nach Pico auf der zentralen Inselgruppe dauert der Flug etwa 1 Stunde. Die kleineren Inseln sind teilweise auch mit einer Fähre verbunden. Von und nach São Miguel gibt es aber keine Fähren.
Was muss ich für eine Reise auf die Azoren packen?Gut ausgerüstet bist du mit dem Schichtenprinzip: Wenn es heiss und feucht wird sowie an warmen Tagen bist du mit kurzen Hosen und schnell trocknenden Merinoshirts gut bedient. Eine Regenjacke gehört ebenfalls ins Gepäck und für kühlere Abende auch ein Fleece. Denk unbedingt an den Sonnenschutz und nimm auch ein kleines Erste-Hilfe-Set mit. Du willst Trekkings unternehmen oder sogar den Pico besteigen? Dann rüste dich mit Wanderschuhen und einem passenden Rucksack aus.
Mindestens eine Woche, besser sind aber 10 Tage oder zwei Wochen. Dann bleibt dir Zeit, die grösste Insel (São Miguel) zu erkunden sowie eine bis zwei weitere Insel des Archipels zu bereisen. Das lohnt sich, denn die Inseln sind sehr verschieden.
Was ist das Besondere an den Azoren?Die grosse Vielfalt auf den Azoren ist einmalig: karge Vulkanlandschaften, grüner Dschungel, steile Klippen, Hortensien in allen Farben und vieles mehr – alles auf kleinem Raum. Zudem macht die Lage des Archipels die Inseln einzigartig: Auf drei tektonischen Platten verteilt, mitten im Atlantik, zwischen Europa und Nordamerika. Das nächste europäische Festland ist Portugal, 1’300 Kilometer weit entfernt. Kanada auf der anderen Seite ist fast 2'000 Kilometer entfernt.
Die neun Inseln der Azoren.
Die eine schönste Insel gibt es bei den Azoren nicht: Jede der neun Inseln ist anders. Frage dich deshalb, was du in deinen Ferien unternehmen möchtest und was du genau suchst. Folgend eine Übersicht.
São Miguel: Die Hauptinsel der Azoren. São Miguel ist auch als «die grüne Insel» bekannt. Nebst üppigen Wäldern wächst hier auch Tee: Die Plantage Chá Gorreana ist die einzige Teeplantage Europas. Auf der Insel findest du aber auch Thermalquellen, Kraterlandschaften wie die Sete Cidades und Sandstrände zum Baden und Surfen. Auch die Hauptstadt Ponta Delgada ist ein Besuch wert: Viele Läden, Restaurants, schöne, botanische Gärten und eine belebte Hafenpromenade.
Santa Maria: Die geologisch älteste und erstbesiedelte Insel der Azoren zählt die meisten Sonnenstunden und den geringsten Niederschlag des Archipels. Sie bietet helle Sandstrände, spektakuläre Sonnenuntergänge und ist für ihre rote Wüste bekannt.
Pico: Der gleichnamige Vulkan Pico ist mit 2’351 Metern der höchste Berg Portugals. Auf einer Wanderung zum Gipfel ist die Aussicht extrem weit – bei gutem Wetter sieht man bis zu den Nachbarsinseln. Pico ist die jüngste Insel der Azoren, viele Felsen und Lavafelder deshalb kaum von der Witterung verwaschen und tiefschwarz. Ebenfalls ist Pico ein beliebter Ausgangspunkt für Walbeobachtungen.
Faial: Wegen den zahlreichen blauen Hortensien, die während den Sommermonaten auf der Insel blühen, wird Faial auch die «blaue Insel» genannt. Hier findest du aber auch grüne Wälder und braune Vulkanlandschaften. Berühmt ist sie aber auch als Seglertreffpunkt, besonders der Ort Horta.
Terceira: Die Hauptstadt der Insel Angra do Heroísmo ist für viele die schönste Stadt der Azoren: bunte Häuser, Restaurants, kleine Läden. Wenige Kilometer ausserhalb der Stadt liegt die Vulkanhöhle Algar do Carvão, in Naturpools ist zudem ein Sprung in den Atlantik möglich.
São Jorge: Die längliche Insel mit dem gezackten Bergrücken wird auch «Dracheninsel» genannt, weil ihre Form an einen liegenden Drachen erinnert. Besonders sind die zahlreichen Fajãs. Das sind flache, fruchtbare Küstenebenen am Fusse von steilen Klippen. Sie sind vor allem durch Erdrutsche und ausgekühlte Lavaströme entstanden.
Graciosa: Die flachste und zweitkleinste Insel der Azoren ist bekannt für ihre Vulkanhöhle Furna do Enxofre mit unterirdischem See.
Flores: Die Blumeninsel ist der westlichste Punkt der Azoren. Nebst prächtiger Blumenpracht bietet diese Insel spektakuläre Wasserfälle und viel grüne, unberührte Natur.
Corvo: Auf der kleinsten Insel der Azoren leben nur rund 400 Menschen – alle in einem Dorf. Das Wahrzeichen von Corvo ist die riesige Caldeira mit mehreren Seen in der Inselmitte.
Kann man auf den Azoren im Meer baden?Ja, aber nicht überall. Sandstrände wie am Mittelmeer gibt es kaum und wenn, sind die Wellen des Atlantiks einiges rauer und grösser. Deshalb ist auch Surfen auf den Azoren beliebt, vor allem auf São Miguel. Es gibt aber viele natürliche Pools (Piscinas Naturais), in denen es sich gut baden lässt.
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