Phil Bucher
Wann spricht man von einer Hochtour? Wie bereite ich mich darauf vor und welche Ausrüstung brauche ich? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen zum Hochtouren.
Hochtouren führen durch hochalpines Gelände. Dazu gehören Gletscher, Firnfelder, Schneeflanken, Grate sowie einfache Felskletterei. Dafür ist spezielle Ausrüstung nötig, wie Steigeisen und dazu passende Bergschuhe, Eispickel, Klettergurt, Seil, Karabiner, Kletterhelm, sowie Wissen zu Tourenplanung, Gletscherkunde und Spaltenbergung. Bei viele Hochtouren bist du auf über 3'000 Metern unterwegs, die Höhe allein macht eine Tour aber noch nicht zur Hochtour.
Eine Hochtour fordert entsprechend mehr technische Ausrüstung und umfassendere Kenntnisse über Gelände und die Begebenheiten vor Ort als eine Wanderung.
Welche Ausrüstung benötige ich für ein Hochtour? Was ziehe ich an?Für Hochtouren ist die richtige Ausrüstung wichtig. Sie hält dich nicht nur trocken und warm, sondern erhöht auch die Sicherheit. Hier erklärt Bergführerin Angelina, was sie alles in den Rucksack packt.
Sicher brauchst du:
Bergschuhe: stabile, wasserdichte Schuhe mit gutem Halt, steigeisenfest oder bedingt steigeisenfest
Steigeisen: für sicheren Halt auf Eis und Schnee
Eispickel: wichtig für das Queren von steilen Schneefeldern oder als Sicherheit auf Gletschern
Klettergurt: fürs Gehen in einer Seilschaft, zum Sichern der Tourenpartner:innen, fürs Abseilen und zur Spaltenbergung
Seil: zum Sichern, häufig von Bergführer:innen gestellt
Kletterhelm: Schutz vor Steinschlag
wetterfeste Kleidung: wind- und wasserdichte Jacke und Hose
funktionale Kleidung im Schichtenprinzip
Handschuhe und Mütze: im Hochgebirge kann das Wetter plötzlich ändern und bei Wind und tiefen Temperaturen wird es schnell empfindlich kalt
Sonnenbrille, Sonnenhut und Sonnencreme: auch für bewölkte Tage, Schnee und Eis reflektieren das Licht stark
Rucksack mit Hüftgurt (30 bis 40 Liter): für Ausrüstung und Verpflegung
Bei geführten Touren, beispielsweise mit unserer Partnerbergschule Höhenfieber, gibt es eine Packliste. Damit hast du alles Nötige dabei.
Hochtouren sind körperlich anstrengend und erfordern alpintechnische Kenntnisse. Deshalb ist es wichtig, dass du dich gut darauf vorbereitest. Die Vorbereitung für eine Hochtour umfasst:
Ausdauer: Ein regelmässiges Ausdauertraining wie Joggen, Mountainbiking, Trailrunning oder ein Fitnesstraining, das den Kreislauf belastet, ist ideal. Ebenfalls Bergwanderungen mit Auf- und Abstiegen von rund 1000 Höhenmetern mit einem Rucksack von 8 bis 10 Kilo.
Technik: Grundlagen der Kletter- und Sicherungstechniken solltest du kennen. Den Umgang mit Steigeisen und Eispickel sowie Gehen am Seil musst du beherrschen. Je nach Hochtour variieren die technischen Anforderungen stark. Kläre dies frühzeitig ab und wähle eine Tour, die deinem Können entspricht. Anfänger:innen empfehlen wir, sich die Grundlagen des Bergsteigens in einem Hochtourenkurs anzueignen.
Planung: Eine sorgfältige Organisation der Tour gehört dazu – Wetterbedingungen, richtige Ausrüstung, Karten, GPS-Geräte. Und je nach Höhe: Setze dich mit der Höhenkrankheit auseinander. Plane genügend Zeit ein, damit sich dein Körper an die Höhe gewöhnen kann. Insbesondere bei Touren über 3000 Metern reduziert eine gute Akklimatisation das Risiko von Höhenproblemen.
Ob Klettergurt, Helm, Steigeisen oder andere Ausrüstung: Du musst nicht alles neu kaufen. Miete die fehlende Ausrüstung für dein nächstes Abenteuer einfach bei uns.
Die perfekten Handschuhe fürs Hochtouren gibt es nicht. Es lohnt sich, zwei Paar mitzunehmen, um so den verschiedenen Wetterbedingungen und Etappen der Hochtour gerecht zu werden. Für den Zustieg beispielsweise reichen häufig dünne, atmungsaktive Handschuhe. Sie halten die Hände warm und leiten Feuchtigkeit nach aussen ab. Für die Hochtour an sich sind isolierte Handschuhe wichtig, welche die Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Du solltest dich damit beispielsweise in eine Seilschaft einbinden oder davon lösen können, ohne sie auszuziehen. Die Handflächen sollten abriebfest sein, damit du Seil und Pickel sicher halten kannst.
Ein weiterer Vorteil von zwei Paar Handschuhen: Wenn ein Paar nass wird, hast du eine Reserve. Vielleicht ist es in dem Moment nicht das optimale Modell, aber besser als gar keins.
Welchen Pickel braucht man für eine Hochtour?Der kleinste und leichteste Pickel ist nicht unbedingt der beste für dich. Beachte beim Kauf folgende Aspekte:
Länge: Die Länge des Pickels muss zu deiner Körpergrösse passen und variiert je nach Tour beziehungsweise Einsatzgebiet. Wenn du den Pickel am Pickelkopf parallel zum Bein in der Hand hältst, sollte das Ende etwa in der Mitte des Unterschenkels sein. Für eine klassische Hochtour empfehlen wir bei durchschnittlicher Körpergrösse eine Länge von 50 bis 60 cm.
Krümmung: Für klassische Hochtouren eignen sich Pickel mit geradem oder leicht gebogenem Schaft.
Pickelkopf: Haue und Schaufel bilden zusammen den Pickelkopf. Achte darauf, dass dein Eispickel beides hat, damit du beispielsweise mit der Schaufel Tritte in den Schnee schlagen, dich mit der Haue aber auch sichern kannst. Am stabilsten sind geschmiedete Köpfe.
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