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Reise auf die Azoren: Inseln voller Vielfalt

Drei Personen bei den Felsformationen Mosteiros auf den Azoren.
Jessica
Marketing, Office Zürich
© Fotos

Ein Grüppchen von Transianer:innen besucht die Azoren und trifft auf atemberaubende Landschaften und wildes Wetter.

Wir sehen keine drei Meter weit. Im Schritttempo lenke ich unseren Mietwagen vorsichtig das kurvige Strässchen hoch. Dichter Nebel ist unser ständiger Begleiter auf diesem Abenteuer. Hortensien schmücken die hüfthohen Mauern, welche das Strässchen säumen: ein bisschen wie in Irland. Auf dieser Reise werden noch viele Vergleiche mit anderen Destinationen fallen: Einmal sieht es aus wie die Küstenlandschaft von Island, dann wie das Gebirge auf La Réunion oder einfach doch wie das Hawaii Europas – die Azoren lassen sich in keine Schublade stecken. Was sie jedoch mit all diesen Ländern gemein haben, ist ihr vulkanischer Ursprung. Neun Inseln des Archipels sind bewohnt und liegen wie kleine Perlen im Atlantik verteilt.

Wir, das sind Michèle, David, Jordan, Selina, Tamara, Noah und ich, befinden uns auf São Miguel, der Hauptinsel. Von hier bis zur westlichsten Insel Flores sind es gut 1,5 Flugstunden. Etwa 240’000 Menschen leben auf den Azoren, mehr als die Hälfte auf São Miguel.

Ein Wanderparadies

Wir parkieren beim Lagoa do Canário, wo bereits unser Guide Francisco auf uns wartet. Der zügige Wind bläst uns den nassen Nebel ins Gesicht und wir sind froh um unsere Gore-Tex-Bekleidung. Von hier aus führt eine Wanderung dem Kraterrand entlang Richtung Lomba do Vasco. Auf der Karte sind viele «Miradouros», Aussichtspunkte, eingezeichnet, doch der Nebel macht uns einen Strich durch die Rechnung und wir planen um. Die Wanderung führt durch den Wald, wo der Nebel eine mystische Stimmung zaubert. Francisco erklärt uns, dass die Inseln auf drei unterschiedlichen tektonischen Platten liegen. So verschieben sich zwei der Inseln zwei bis drei Zentimeter pro Jahr Richtung Amerika. Verschieden sind auch die Begebenheiten und das Klima auf den Inseln. Auf São Miguel, flächenmässig ähnlich gross wie der Kanton Solothurn, gibt es sogar verschiedene Mikroklimate. Die Landschaft ist geprägt von den grossen Kratern, den «Caldeiras». Ein Eldorado für Wander-Fans. Heute aber wird daraus vorerst nichts.

  • Zwei Personen wandern zum Kratersee Lagoa do Fogo auf den Azoren.

    Endlich See in Sicht: Die Ufer des Lagoa do Fogo erinnern an Kanada.

    Foto © Noah Leimgruber
  • Drei Personen gehen dem Meer entlang an der Nordküste von São Miguel, Azoren.

    Die Wellen bei Ribeira Grande an der Nordküste von São Miguel sind ein beliebter Spot für den Surfsport.

    Foto © Noah Leimgruber
  • Drei Personen in Ribeira Grand, Azoren.

    Unterwegs in Ribeira Grande, der grössten Stadt im Norden der Azoren-Insel São Miguel: Michèle, Jordan und David (v. l.).

    Foto © Noah Leimgruber
  • Zwei Personen auf dem Markt Santana Agricultural Market auf den Azoren.

    Auf dem Santana Agricultural Market decken sich die Transianer:innen für die nächste Wanderung ein.

    Foto © Noah Leimgruber

Wir machen uns auf den Weg Richtung Westküste, und siehe da: kein Nebel mehr. Vereinzelt reissen die Wolken auf und bringen die schwarzen Strände zum Glitzern. Schroffe Lavafelsen, spektakuläre Formationen wie die «Mosteiros», warme Quellen direkt am Meer, sowie die Chance auf fantastische Sonnenuntergänge machen den Besuch dieser Region lohnend. Surfer:innen finden ihr Glück an der Nordküste, aber auch wir als reine Strandgänger:innen geniessen den Anblick der wilden Wellen.

Abwechslung garantiert

Die Diversität der Inseln ist bemerkenswert: Die geologisch älteste, Santa Maria, gleich neben São Miguel, ist bekannt für ihre rote Wüste. Auf Terceira dagegen sind ursprüngliche Lorbeerwälder und UNESCO-Weltkulturerbe wie die farbenfrohe Stadt Angra do Heroísmo zu finden. Auf der lang gezogenen Insel São Jorge, wie Terceira Teil der zentralen Inselgruppe, formen der massive Bergrücken und steile Klippen das Landschaftsbild. Mit der Fähre erreicht man in rund einer Stunde die Insel Pico. Dort ragt mit 2’351 Metern der höchste Berg Portugals und einer der höchsten europäischen Vulkane aus dem Meer. Der Ponta do Pico ist ein beliebtes Trekkingziel. Auf dem vulkanischen Untergrund der Insel gedeihen Reben, weshalb Pico auch für seinen Weinbau bekannt ist. Übrigens: Von Buckelwal bis Blauwal schwimmen hier viele Meeresgiganten vorbei, sodass man sie mit etwas Glück sogar von Land aus sieht.

Reisen auf die Azoren

Die Azoren gehören zu Portugal. Die Schweizer Fluggesellschaft Edelweiss bietet während der Saison von März bis November mehrere Flüge wöchentlich nach Ponta Delgada und von Juni bis September nach Terceira. Unser Partner Nature Tours organisiert hochwertige geführte sowie individuelle Reisen, bei denen das Naturerlebnis im Mittelpunkt steht. Zum Beispiel:

Wanderparadies mitten im Atlantik

Entdecke die Inselwelt der Azoren auf einer exklusiven Wanderreise: Kraterseen, heisse Quellen, Vulkanlandschaften, Küstenpfade und eine Wal- und Delfinbeobachtung warten auf dich. Zudem besteigst du mit dem Pico den höchsten Gipfel Portugals. Weitere Informationen sowie Reisetermine unter: nature-tours.ch/azoren

Übrigens: Mit deiner TransaCard erhältst du bei Nature Tours einen Gutschein über CHF 100 beim Buchen einer Reise ab CHF 3000.

Von Pico aus ist es eine kurze Fährenfahrt nach Faial. Dort findet man in der Ortschaft Horta den wohl berühmtesten Seglertreffpunkt im Atlantik. Noch weiter westlich befinden sich Flores, die Blumeninsel, sowie Corvo, die kleinste Insel der Azoren, die knapp 500 Einwohner:innen zählt. Von karg bis üppig, von belebt bis abgeschieden, jede Insel hat ihren eigenen Reiz.

Francisco erzählt uns, dass die Azoren vor rund zehn Jahren den Flugverkehr für internationale Fluggesellschaften geöffnet haben. Trotzdem wirkt die Destination unberührt und nicht überlaufen. Man spürt, dass der Natur Sorge getragen und mehr auf sanften als auf Massentourismus gesetzt wird. So gibt es beispielsweise auf einigen Inseln nur ein paar Dutzend Mietwagen und nur wenige Unterkünfte. Vorausplanen zahlt sich also aus. Wer zwischendurch trotzdem etwas mehr Trubel will, sollte der Hauptstadt Ponta Delgada einen Besuch abstatten. Schön gepflasterte Plätze mit vielen Läden sowie eine belebte Hafenpromenade und wirklich sehenswerte botanische Gärten sind einen Stopp wert.

Urwald und Wasserfall

Am nächsten Tag starten wir im Süden von São Miguel. Vom Küstendorf Faial da Terra wollen wir zum Wasserfall Salto do Prego wandern. Nach wenigen Höhenmetern müssen wir einige Schichten ausziehen. Gestern noch dem Wind ausgesetzt, heute in schwülen, subtropischen Wäldern. Auf der ersten Anhöhe liegt das verlassene pittoreske Dorf Sanguinho mit seinen weissen Häusern im typisch azoreanischen Stil. Von dort schlängelt sich der Pfad weiter in den dichten Wald. Die Azoren sind ein Paradies für Vogelbeobachtungen. Etwas amüsiert sind wir daher, dass wir vor allem immer wieder Hühnern und Hähnen im Wald begegnen. Der Höhepunkt dieser Wanderung ist definitiv der Wasserfall, der uns nach der schweisstreibenden Wanderung zu einem erfrischenden Bad einlädt.

  • Zwei Personen baden im Wasserfall Salto do Prego auf den Azoren.

    Erfrischung nach der schweisstreibenden Wanderung zum Salto do Prego.

    Foto © Noah Leimgruber
  • Drei Personen wandern durch einen dschungelartigen Wald auf den Azoren.

    Durch dschungelartigen Wald beim Salto do Prego.

    Foto © Noah Leimgruber

Weiter geht die Fahrt vorbei an idyllischen Weiden, auf denen schwarz-weiss gefleckte Kühe grasen. Francisco meint, dass bis auf eine Fledermausart alle Säugetiere einst importiert worden seien, und auch die meisten Pflanzen sind hier nicht heimisch. Nur im Osten der Insel sei der Wald noch ursprünglicher mit viel endemischer Flora und Fauna. Dort erspäht man vielleicht sogar einen Priolo, den Azorengimpel, der ausschliesslich auf São Miguel lebt. Nach kurzer Fahrt, wieder durch Nebel in der Höhe, befinden wir uns bei guter Sicht an der Nordküste. Die Distanzen auf der Insel sind überschaubar, und wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann São Miguel sogar mit dem öffentlichen Verkehr erkunden. Unterwegs sieht man immer wieder die inseltypischen Hortensien. Die Farbe ihrer Blüten wird übrigens durch die Erde, auf der sie wachsen, beeinflusst. Tatsächlich «wie Unkraut» sind hier wilde Ingwerlilien an den steilen Porten der Strasse zu finden.

Bereit für alle Temperaturen

Wir haben noch Energie in den Beinen und brechen am späteren Nachmittag zu einer zweiten Wanderung auf: Vom Salto da Farinha führt ein Weg zum Poço Azul, einem kleinen See versteckt im dichten Wald. Das Schichtenprinzip hat sich schon lange nicht mehr so bewährt wie auf dieser Insel. Die Wetterberichte sind selten zuverlässig: So kann man in Regenhosen aufbrechen und muss eine halbe Stunde später in die kurzen Hosen wechseln – so wie jetzt.

Den Folgetag starten wir auf dem Santana Agricultural Market: frisches Gemüse, lokale Spezialitäten und vieles mehr. Wir decken uns ein. Hier und auch sonst auf der Reise begegnen uns die Einheimischen mit viel Freundlichkeit. Nachdem wir uns durch ein paar Delikatessen probiert haben, brechen wir vom Markt auf und fahren zu den wohl bekanntesten heissen Quellen auf São Miguel: Die Caldeira Velha liegt in einem Wald, der an die Filmkulisse von «Jurassic Park» erinnert. Meterhohe Farne überragen uns und bestätigen einmal mehr, wie vielfältig die Natur hier auf dieser Insel ist.

Wir fahren weiter Richtung Lagoa do Fogo und hoffen, endlich einen Kratersee zu sehen. Doch der Nebel lässt nicht locker. Leicht enttäuscht beginnen wir ein Picknick auf dem Parkplatz. Doch dann fordert uns Francisco plötzlich auf, ihm zu folgen. Etwas ungläubig und ohne Sicht gehen wir vom Parkplatz weg. Und dann entfaltet sich die Azoren-Magie: Nur einige Meter von uns entfernt reisst der Himmel auf und gibt den wunderschönen Ausblick auf den Kratersee frei. Die Freude ist riesig und wir jubeln. Dieses waldige Ufer sieht doch aus wie Kanada, denke ich mir, und addiere innerlich ein weiteres Land zur «Sieht aus wie»-Liste. Wir starten das Trekking und steigen zum See ab. Einmal mehr heisst es Schichten ausziehen und nun auch ordentlich Sonnencreme auftragen.

Nach mehreren Tagen in der Natur ziehen wir ein Zwischenfazit: «Schlechtwetter» ist hier Ansichtssache. Durch den ständigen Wetterwechsel wird die Landschaft immer wieder in ein wunderschönes Licht getaucht und ja, auch der Nebel trägt seinen Teil zu diesen malerischen Szenerien bei. Wer die nötige Flexibilität mitbringt, wird mit wunderschönen Stimmungen in einer facettenreichen Natur belohnt. Ein einzigartiges Inselerlebnis. Wir sind begeistert.

4-Seasons Magazin

Dieser Beitrag erschien zuerst im 4-Seasons Magazin. Viermal jährlich findest du dort packende Interviews, spannende Reisereportagen und und einzigartige Fotostrecken.
  • #Wandern

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