Noah Leimgruber
Leichtes Gepäck und doch alles dabei: Packen fürs Trekking ist nicht einfach. Hier verrät dir Transianerin Michèle, was in den Rucksack gehört – inklusive Gewichtsangaben und Tipps für die passende Trekkingausrüstung.
Trekkings führen dich über mehrere Tage zu Fuss durch abgeschiedene Landschaften, du erlebst kühle Morgen und Abende, heisse, windige oder bewölkte Tage und vielleicht auch Regen oder Schnee. Und genau das macht es so schwierig: Du musst Ausrüstung für alle Wetter dabeihaben, dennoch soll der Rucksack möglichst leicht bleiben, um den Rücken nicht allzu sehr zu belasten. Als Anhaltspunkt gilt: Bist du Neuling beim Trekking, solltest du nicht mehr als 15% deines Körpergewichts tragen; wenn du schon Erfahrung im Trekking hast und gut im Training stehst, kann deine Ausrüstung bis zu 30% deines Körpergewichts wiegen.
Die optimale Ausrüstung fürs Trekking zu finden, ist deshalb gar nicht so einfach. Folgende Übersicht hilft dir, das Richtige einzupacken, und gibt Tipps, worauf du achten solltest.
Eine umfassende Packliste für alle möglichen Abenteuer findest du hier.
Rucksack: Der Rucksack muss passen und bequem sein. Er darf nirgends drücken oder scheuern. Die Grösse ist abhängig von deinem Trekkingabenteuer, meistens sind es 40–70 Liter. Nimm kein zu grosses Modell, das verführt dazu, mehr mitzunehmen als nötig. Einzelne Fächer und Taschen sind praktisch für Ordnung und schnellen Zugriff.
Ultralight-Modelle von 40-Liter-Rucksäcken wiegen rund 850 Gramm, die leichtesten 70-Liter-Modelle gibt es ab 1 Kilo. Auch jeweils das Doppelte davon ist noch ok.
Necessaire: Vermeide ein zu grosses Necessaire, das ist sperrig zu verstauen. Besser eignen sich zwei kleinere. Wie du das Necessaire clever packst, liest du hier.
Packbeutel: Damit sorgst du für Ordnung und schaffst Platz. Tipp: Kaufe sie in verschiedenen Farben und packe sie unterschiedlich – eine Farbe für Oberteile, eine für Unterteile. Oder ein Beutel für langärmlige Kleidung, ein kleinerer für kurzärmlige.
Zelt/Biwaksack: Ein Biwaksack ist leichter als ein Zelt, dafür geniesst du in einem Zelt mehr Schutz vor Wetter und etwas Privatsphäre. Ein Tarp ist ebenfalls eine Möglichkeit, bei harschen Wetterbedingungen bist du damit aber auch weniger geschützt als in einem Zelt.
Leichte Ein-Personen-Zelte wiegen etwa 1 Kilo, Zwei-Personen-Zelte gibt es ab 1,4 Kilo.
Leichte Biwaksäcke wiegen knapp ein halbes Kilo.
Tarps: Es gibt viele verschiedene Modelle, manche lassen sich mit einem Trekkingstock abspannen, andere an Bäumen und wieder andere baust du mit mitgelieferten Stangen auf. Je nach Tour eignet sich ein anderes Modell. Eine leichte Variante für eine Person sollte aber inklusive Gestänge weniger als ein halbes Kilo wiegen.
Isomatte: Extreme Trekker:innen nehmen nur eine Schaumstoffmatte mit, schneiden diese auf Hüfthöhe ab, sodass nur der Oberkörper gepolstert und isoliert liegt, und sparen damit Gewicht und Platz. Das ist aber schon eine sehr radikale Variante, das muss man sich nicht antun. Weil guter Schlaf wichtig ist, damit du wieder zu Kräften kommst und das Trekking geniessen kannst, empfehlen wir dir eine aufblasbare Isomatte, die zu den erwarteten Temperaturen passt.
Aufblasbare Isomatten gibt es ab etwa 400 Gramm.
Schlafsack: Nachts zu frieren ist unangenehm. Wähle deshalb einen Schlafsack, der zu den erwarteten Mindesttemperaturen passt. In einzelnen kälteren Nächten kannst du auch eine Daunenjacke zum Schlafen tragen.
Wie schwer der Schlafsack ist, hängt stark von der Isolationsleistung ab. Tendenziell gilt: Je tiefer die angegebene Minimaltemperatur, desto schwerer und voluminöser der Schlafsack. Für Nächte um den Gefrierpunkt gibt es Schlafsäcke mit einem Gewicht von etwa 800 Gramm.
Campingkocher: Überlege dir, welcher Brennstoff während deines Trekkings am einfachsten verfügbar ist.
Leichte Kocher wiegen ohne Kartusche weniger als 100 Gramm.
Wasserfeste Zündhölzli: Weil ein warmer Tee bei Regen besonders gut wärmt.
Pfanne: Wenn du kochen möchtest, brauchst du eine Pfanne. Wenn du nur heisses Wasser für Trekkingmahlzeiten und Kaffee/Tee brauchst, dann ist ein Kochsystem zum schnellen Erhitzen besser geeignet.
Tasse/Teller/Besteck: Bei minimalistischem Packen reicht ein Besteck, das gleichzeitig Gabel und Löffel ist. Damit isst du direkt aus der Pfanne oder die Trekkingmahlzeit aus dem Beutel. Eine Tasse kann für Trinken und Essen gebraucht werden, ein Teller ist aber auch nicht schwer und es gibt faltbare Modelle.
Trekkingfood und Snacks: Am besten packst du dir genau ab, wie viel du pro Tag isst – plus Reserve. Überlege dir gut, was du mitnimmst und was du unterwegs kaufen kannst.
Wasseraufbereitung und Trinkflasche: Informiere dich vorab, wie häufig du Zugang zu Wasser hast, und überlege dir, wie viel du jeweils mittragen musst. Denk auch ans Wasser fürs Kochen und die persönliche Hygiene.
Kleide dich in Schichten: Nach der Unterwäsche direkt auf die Haut Thermo- oder Merinounterwäsche als erste Schicht. Die zweite Schicht sollte isolierend und wärmend sein, also Fleece- und/oder Daunenjacke sowie Trekkinghosen. Und die dritte und letzte Schicht schützt dich vor Wind und Regen, also Hardshelljacke und Regenhosen. Tipp: Wenn du dich morgens für die erste Etappe kleidest, zieh nicht zu viel an. Nach den ersten Metern zu Fuss wird dir wärmer, insbesondere wenn es bergauf geht.
Poncho: Statt Regenjacke und -hose eignet sich je nach Tour auch ein Poncho. Vor allem auf technisch einfachen Routen und mit häufigem, aber nur leichtem Regen ist das praktisch und unkompliziert.
Abend- und Schlafbekleidung: Auf mehrtägigen Abenteuern lohnt es sich, einen Satz Kleider für abends und nachts einzupacken. Diese trägst du nur sauber und in Ruhe, also nach dem Bad im See oder der Katzenwäsche im Bach. Tipp: Kleidung aus Merino hat selbstreinigende Eigenschaften und bleibt lange frisch.
Mütze und Handschuhe: Halten Ohren und Finger warm.
Gamaschen: Wenn es durch den Schnee geht. Stelle vor der Tour sicher, dass sich die Gamaschen an den Schuhen befestigen lassen.
Trailrunningschuhe werden immer häufiger auch für Trekkings gewählt. Sie sind bequem, bieten Halt und trocknen schnell. Allerdings stabilisieren Trailrunningschuhe nicht die Fussgelenke, und ein Schutz der Zehen fehlt auch. Bei Trekkings durch Wälder, Hügel und Graslandschaften sind Trailrunningschuhe eine gute Wahl, im Gebirge hingegen lohnen sich Wanderschuhe. Und: Gepolsterte Wandersocken nicht vergessen.
Sandalen: Bei Flussüberquerungen werden so nur die Sandalen nass und die festen Schuhe bleiben trocken, zudem pieken dich die Steine nicht. Und abends andere Schuhe anzuziehen als tagsüber kann richtig guttun.
Spikes: Für eisige Verhältnisse, beispielsweise wenn morgens noch alles gefroren ist.
Das Hygieneempfinden ist von Mensch zu Mensch verschieden. Unabhängig davon ist es aber wichtig, dass man sich auch nach einem langen Tag um seinen Körper kümmert. Fusspilz, eingerissene Lippen oder ein unangenehmer Körpergeruch sind unschöne Souvenirs.
Biologisch abbaubare Seife: Damit lässt sich alles waschen – Haare, Haut, Kleidung, Essbesteck. Trotzdem nicht im Gewässer reinigen, sondern etwas abseits, damit die Seife nicht direkt ins Wasser gelangt.
Bürste, Deo, Zahnbürste und -pasta: Klar, gehört auch ins Necessaire.
Nagelknipser: Fussnägel nicht vergessen, die werden mehr beansprucht als sonst.
Blasenpflaster: Mit passenden Schuhen und guten Socken hoffentlich nicht nötig, aber hab für den Ernstfall lieber welche dabei.
Sonnencreme: Nimm genügend mit, sie ist unterwegs oft schwierig zu finden.
Lippenpomade: Wahrscheinlich atmest du wegen der Anstrengung häufiger als gewöhnlich durch den Mund. Das trocknet die Lippen aus, sie werden spröde und rissig.
Insektenspray: Informiere dich über die Situation vor Ort. Je nachdem lohnt sich ein Spray für die Haut und einer für die Bekleidung.
Erste-Hilfe-Set: Das muss immer mit. Einzige Ausnahme: Du bist organisiert mit einer Gruppe unterwegs und die Erste-Hilfe-Versorgung wird gestellt. Kläre das vorher ab.
GPS-Gerät sowie Karte und Kompass: Fernab der Zivilisation zur Orientierung.
Powerbank und Solarpanel: Damit Smartphone und GPS-Gerät versorgt sind.
Stirnlampe inkl. Ersatzbatterien: Ganz ohne Lichter der Zivilisation wirds draussen stockdunkel. Deshalb fürs Kochen abends oder den Toilettengang nachts unabdingbar.
Trekkingstöcke: Wandern mit Trekkingstöcken verkleinert die Belastung auf Knie und Beinmuskulatur.
Multitool/Sackmesser: Für kleine Reparaturen oder zum Zubereiten von Essen.
Sonnenbrille und Hut: Damit du gut vor der Sonne geschützt bist.
Abfallsäcke: Es kommt darauf an, wie du unterwegs bist. Wenn du während mehreren Tagen durch unberührte Landschaften trekkst und dich selbst versorgst, wird sich mehr Abfall ansammeln, als du wahrscheinlich vermutest. Aber auch wenn du von Unterkunft zu Unterkunft wanderst, kommt während des Tages beispielsweise der Verpackungsmüll von Snacks zusammen. In einem Abfallsack / kleinen Plastikbeutel kannst du alles an einem Ort sammeln und bei der nächsten Gelegenheit richtig entsorgen.
Im Video verrät dir Jordan, welche Trekkingausrüstung auf deiner Tour nicht fehlen darf.
(Mit der TransaCard immer kostenlos)